Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Burladingen Ein Gitter sperrt die Biber aus

Von
Schicht im Schacht: Ein Handgriff und der Biber bleibt draußen. Die Kläranlage verwehrt dem neugieren Fehla-Nachbarn so den Zutritt. Foto: Rapthel-Kieser Foto: Schwarzwälder-Bote

Burladingen - In der Burladinger Kläranlage gibt es am großen Rohr zum Ablauf der Fehla hin jetzt ein Gitter. Dass kann manuell aufgemacht oder geschlossen werden, und es soll vor allem einen ungebetenen Gast draußen halten: den Biber.

Ertrinken, man glaubt es kaum, ist tatsächliche eine nicht so seltene Todesursache vor allem bei jungen Bibern. Plötzliches Hochwasser nach starkem Regenfall ist aber nur einer der Gründe.

"Junge Biber sind eben auch sehr neugierig", kommentiert Heinz-Dieter Wagner, ehrenamtlicher Biberbeauftragter des Landkreises und längst Fachmann rund um den putzigen Einwanderer. Diese Neugier, das hat Wagner in den vergangenen Jahren öfter erlebt, kann tödlich enden. Da zwängen sich Biber in Schächte und kommen nicht mehr raus oder sie nutzen Lücken im Zaun und kommen durch die Abläufe in die Kläranlagen. Und einmal im Betonbecken gefangen, müssen sie, wenn die Kräfte schwinden, ertrinken.

Im Mai verirrte sich in Ostrach ein Biber in den Pool eines Wohnhauses. Die Hausbesitzer staunten nicht schlecht, der Nager wurde gerettet. Vor drei Jahren wurde einer in Villingen-Schwenningen lebend aus einem Kneippbad geborgen. Solche Fälle sind Wagner im Zollernalbkreis allerdings noch nicht untergekommen, sagt er. Vielmehr könne es mal sein, dass Greifvögel, Füchse, Marder oder Raubfische den Tieren zum Verhängnis werden. Oder eben freilaufende Hunde räumt der Biberbeauftragte ein. So schön, wie es für viele Hundebesitzer vor allem von Labradoren oder Golden Retrievern ist, ihre Vierbeiner mal in natürlichem Gewässer schwimmen zu lassen: "In einem Bibergebiet hat ein feilaufender Hund eigentlich nichts zu suchen", stellt Wagner klar.

Die meisten Hundebesitzer halten sich dran, und so sind es weder Hunde, noch natürliche Fressfeinde, die dem Nager an den Flüsschen und Bachläufen im Zollernalbkreis zu schaffen machen – sondern vielmehr die Tücken der modernen Technik.

Diese Erfahrung hat man in der Burladinger Kläranlage auch schon gemacht, nachdem sich an der Fehla wieder Biber angesiedelt haben. Im Oktober 2015 entdeckte Abwassermeister Heiko Engel zwei lebende Nager im letzten Klärbecken vor dem Ablauf in die Fehla. Glück für die kleinen Einbrecher: Es waren gerade Wartungsarbeiten im Becken im Gange, und nur in der Mitte stand das Wasser.

Der Kreisbiberbeauftragte Wagner wurde hinzugerufen und half dabei, die Biber – ein altes und ein Jungtier – einzufangen. Sie wurden am Lauf der Fehla wieder ausgesetzt. Reingekommen waren sie über das Abflussrohr, das von der Kläranlage aus dem letzten Becken in den Fluss führt und das saubere Wasser dort ableitet. Schnell wurden die Löcher im Zaun repariert und versucht, das Rohr von außen mit Gitterwerk zu verschließen. Trotzdem: "Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht, denn oft merkt man erst, wenn etwas passiert ist, wo die Tiere wieder einen Weg entdeckt haben", kommentiert Wagner. Und so hatten die emsigen Nager das Gitter außen auch bald wieder überwunden. Im Februar ertranken zwei von ihnen im Klärbecken, und man machte sich Gedanken, über eine dauerhaftere Lösung.

Jetzt gibt es am großen Abflussrohr nach dem letzten Klärbecken ein Gitter aus Metallstreben. Nagen ist da nicht und durchzwängen auch nicht mehr. Das Gitter kann zwar manuell nach oben gezogen und geöffnet werden, bleibt aber in der Regel zu, und die Kläranlage ist damit deutlich bibersicherer. Nicht nur die Biber, auch der Mensch muss eben wieder lernen, mit dem neuen Nachbarn zu leben.

Ihre Redaktion vor Ort Burladingen

Flirts & Singles

 
 
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.