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Burladingen Ebert-Affäre: Wolfgang Grupp um Ruhe und Versöhnung bemüht

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Fürchtet um das Image der Stadt Burladingen: Trigema-Chef Wolfgang Grupp. Foto: Archiv

Burladingen - Dass Burladingens profiliertester Mittelständler, der 74-Jährige Trigema-Chef Wolfgang Grupp, zwischen dem Burladinger Gemeinderat und dem gegen das Gremium polternden Rathauschef Harry Ebert vermitteln will, ist beste Public-Relation. Es geht auch um die Marke Burladingen.

Als Fraktionsvorsitzende des Burladinger Gemeinderates haben Dörte Conradi (CDU) und Alexander Schülzle (Freie Wähler) zwar abgedankt. Wenn Trigema-Chef Wolfgang Grupp sie aber zum Gespräch bittet, können sie kaum dankend abwinken. Abwarten wollen sie, bis das Disziplinarverfahren durch ist. "Und das kann Wochen dauern", schätzt Grupp. Er hängt wie viele andere, wenn es um die Ebert-Affäre geht, jetzt in der Warteschleife. Sein Gesprächsangebot stehe noch, betont er im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Mit jedem Tag aber, den Ebert abwartet und sich nicht zur Bitte des Gemeinderates äußert, sich aus dem Ärztehaus-Projekt zurückzuziehen, wird es unwahrscheinlicher. Und mit jedem Tag, den das förmliche Disziplinarverfahren beim Landratsamt anhängig ist.

"Ich hatte einige Anfragen von Medien bezüglich dieses Streits und habe dann gedacht, ich könnte vermitteln", erläutert Grupp seine Beweggründe. Der erfolgreiche Unternehmer, der auch größter Werbeträger, Arbeitgeber und Spender der viertgrößten Stadt im Zollernalbkreis ist, wollte sein ganzes Gewicht in die Waagschale legen, um zwischen den Gemeinderäten und dem Bürgermeister wieder Frieden zu schaffen.

Grupp hat viel investiert, um aus der einstigen verschuldeten Trikotwarenfabrik Gebrüder Mayer die solide und bekannte Marke Trigema zu machen. An drei Standorten beschäftigt er in Baden-Württemberg rund 1200 Mitarbeiter, hat bundesweit Outlets mit Tankstellen. Er lässt Affen sprechen und Luftschiffe kreisen, achtet darauf, mit seiner Person und mit seinem Produkt bundesweit im Gespräch zu bleiben.

Man kann nur erahnen, wie sehr dem international agierenden Textilkönig und Dauergast in deutschen Talkshows die Negativschlagzeilen rund um seine 12 600 Einwohner zählende Heimatstadt, die AfD-Nähe ihres Bürgermeisters und dessen öffentlich zelebrierter, ungehobelter Stil gegenüber seinen Räten gegen den Strich gehen. Gentleman Grupp würde sich dazu nicht äußern. Aber er denkt als Unternehmer. Deshalb, so sagt er selbst, habe er Flüchtlinge beschäftigt, deshalb sei ihm "eine Näherin aus Bangladesch lieber, als eine aus Hamburg, denn die bleibt länger". Menschen aus 28 Nationen sind bei Trigema beschäftigt.

Der gläubige Katholik ist, was die Asyldebatte angeht, das Gegenbeispiel des Rathauschefs. Er wählte, obwohl bislang eingefleischter Christdemokraten-Anhänger, bei der jüngsten Landtagswahl mal Grün und bekannte sich öffentlich dazu. Er sucht gezielt nach Flüchtlingen, die in sein Mitarbeiter-Portfolio passen. Er lässt die Syrer oder Afghanen im Gespräch mit Tochter Bonita, der Nähsaal- und Produktionsleitung überprüfen und hilft dann gegebenenfalls bei der Wohnungssuche, mit der Kaution und einem Startgeld. Die neuen dankbaren Kollegen zahlen das nach und nach zurück, beteuern, wie nett im Nähsaal alle sind und was für einen guten Chef sie haben. Grupp investiert. In Menschen. In Zukunft und Integration. Er selber betont in Interviews immer wieder, dass seine Motivation eine rein unternehmerische ist.

Der vollhaftende Trigema-Eigentümer, Autor einer regelmäßigen Kolumne für die "WirtschaftsWoche online" kennt die Zahlen der Ökonomen. Einige von ihnen sagen, dass, wenn Deutschland seinen volkswirtschaftlichen Standard in den kommenden Jahrzehnten halten will, jährlich eine Einwanderung von einer halben Million Menschen stattfinden muss. Denn die Arbeitskräfte, die in Zahl und Masse das Rad am Drehen halten, werden in Deutschland längst nicht mehr geboren. Und wenn die, die kommen, nicht alle Ärzte, Ingenieure oder Informatiker sind, ist es dem größten deutschen T-Shirt-Hersteller vielleicht gerade recht. In seine Firma passen sie rein.

Was nicht mehr passt, ist das Bild in der Öffentlichkeit, das die Stadt, in der einer der profiliertesten deutschen Mittelständler seinen Firmensitz hat, durch Ebert bundesweit abgibt. Deshalb muss Grupp um Schadensbegrenzung, Ruhe, vielleicht sogar um Versöhnung bemüht sein. Denn die Marke Burladingen ist beschädigt – auf die Marke Trigema soll das nicht abfärben.

 
 

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