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Burladingen Die St. Georgskirche wird 250 Jahre alt

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Foto: Foto: Schwarzwälder Bote

Längst steht sie nicht mehr im Stadtkern Burladingens. Aber der war, als die St. Georgskirche 1770 neu erbaut wurde, genau dort. Und: Das barocke Gotteshaus ist sozusagen auferstanden aus Ruinen, denn bei Ausgrabungen 1982 fand man darunter drei weitere in Stein gebaute Kirchen.

Burladingen. D ie älteste von ihnen muss, so sagten es damals die Experten, schon um 700 dort gestanden haben. Vielleicht sogar schon früher, denn es wurde 1982 auch ein Steinkistengrab zu Tage gefördert. Nachdem die Ausgrabungen abgeschlossen waren, wurde die Innenrenovierung der St. Georgskirche in Angriff genommen, samt der darin befindlichen Decken- und Wandgemälde sowie der Altäre.

Kurz darauf, im Jahr 1984 gründete sich der Förderverein St. Georgskirche, der bis heute aktiv ist, für die Erhaltung des Gebäudes Spenden sammelt und sich freut, dass das Gotteshaus in diesem Jahr seinen 250. Geburtstag feiert. Ein Grund für unsere Zeitung, die St. Georgskirche etwas näher und von innen zu betrachten.

Als die Pfarrkirche St. Fidelis 1934 dort gebaut wurde, wo sich im Laufe der Jahrhunderte durch Zuzug, Industrialisierung und Textilfabrikansiedlungen der Stadtkern Burladingens hin verlagert hatte, fiel die St. Georgskirche, so heißt es in einem schriftlichen Führer, in einen Dornröschenschlaf, wurde kaum noch für Gottesdienste genutzt, was sich Anfang der 1960er-Jahre wieder änderte. Nach dem Erdbeben 1978 mussten die Schäden beseitigt, die Kirche saniert werden.

Denn so unscheinbar sie so manchem, der da auf der mittlerweile vielbefahrenen B 32 vorbeifährt, erscheinen mag, so prachtvoll und wertvoll ist sie im Innenraum. Der Haigerlocher Baumeister Christian Großbayer, der die St. Georgskirche erbaute, ließ dabei den Turm und Teile der Nordmauer des Vorgänger-Gotteshauses stehen. Denn auf dieser Mauer wurden Gemälde freigelegt, die dem Riedlinger Maler Hans De Pay zugeschrieben werden, der die Wände der alten Kirche, so sagt es ein alter Vertrag, wohl im Jahr 1589 bemalen sollte.

Für die Innengestaltung des Neubaus holten sich Großbayer und der damals amtierende Pfarrer Philipp Ferber ebenfalls einen in der Region berühmten Maler: Franz Ferdinand Dent. Dent und Großbayer waren in diesen Jahren in der Region ein erfolgreiches Team wenn es um den Bau und die Innenraum-Gestaltung barocker Gotteshäuser ging. Heute würde man sie vielleicht als die Stars des Kirchenbaus und der Innenraumgestaltung bezeichnen. Wenn sie zusammen an einem Gotteshaus schufen, garantierte das eine sensible Gestaltung und Korrespondenz von Architektur und Dekoration.

D er Bau barocker, prachtvoller Kirchen wurde von den jeweils lokalen, zumeist katholischen Fürsten in diesen Jahren auch als Antwort auf den Protestantismus überall angestoßen. Und nicht selten empfahlen die auch ihre Konstrukteure, Handwerker, Baumeister und Maler weiter. So hatten Großbayer und Dent zwei Jahre zuvor unter anderem die St. Stephans-Kirche in Melchingen miteinander gebaut. Von Dent sind auch die Deckengemälde in der gerade erst fertig saniertet Marienkapelle von Ringingen; auch den Innenraum der St. Martinskirche in Ringingen hat er ausgemalt.

Dass er auch die Deckengemälde der St. Michaelkirche in Salmendingen schuf, hatte indes sogar einen ganz besonderen Grund: Seine Frau Apollonia Hengglin, die er im November 769 heiratete, stammte aus Salmendingen.

Christian Großbayer war in der Baumeisterszene gar zu so großem Ansehen gelangt, dass er – man kopiert nur die Besten – seine Nachfolger beeinflusste, die sich gerne an seinem Stil orientierten. So ist die St.-Nikolaus-Kirche in Hausen im Killertal, die 1785 errichtet wurde, zwar vom Steinhauer und Maurermeister Simon Kille, aus Heinstetten errichtet worden – aber Kille tat das ganz im Stil von Christian Großbayer. Es ist stilistisch gesehen die Zeit des Übergangs von der reich verzierten, symmetrisch-gegliederten Barockarchitektur zur deutlich verhalteneren, eher nüchternen und strengen Bauweise des Klassizismus.

Eine Rolle bei der Ausmalung all dieser Kirchen im Hohenzollerischen spielte auch, dass sie am Jakobsweg lagen und von Pilgern frequentiert wurden. Und so findet sich auch in der St. Georgskirche ein Hinweis auf den Heiligen Jakobus mit der Muschel.

 Wer zur Erhaltung dieses Kleinods beitragen will, kann sich entweder direkt an die Seelsorgeeinheit Burladingen Jungingen wenden oder seine Spende unter Angabe des Zweckes überweisen auf die Kontonummern des Fördervereins St. Georgskirche: Bei der Sparkasse Zollernalb IBAN: DE27 6535 1260 0093 4404 40 BIC: SOLADES1BAL. Bei der Volksbank Hohenzollern IBAN: DE97 6416 3225 0100 0810 02 – BIC: GENODES1VHZ.

Sein Name steht in der katholischen Kirche für viele gute Eigenschaften wie Tapferkeit und Nächstenliebe, Ritterlichkeit und Höflichkeit. Der St. Georgstag ist der 23. April. Dargestellt wird Georg immer wieder als Ritter auf einem Pferd, der einen Drachen bekämpft. Der Legende nach stammte St. Georg aus Kappadokien und war – wie der Heilige Martin – Offizier und Reitersmann in der römischen Armee. Aber er hatte sich dem Christentum angeschlossen und wurde, als im 3. Jahrhundert unter Kaiser Diokletian erneut die Christenverfolgung aufflammte, geköpft, weil er seinem Glauben nicht abschwören wollte. St. Georg wurde zuerst zum Schutzheiligen der Ritter und Kreuzfahrer, heute der Reiter, Soldaten und Bauern. Auch die katholische Pfadfinderschaft ist nach ihm benannt.

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