Intendant und Schauspieler Stefan Hallmayer verspricht eine charmante Theater-Open-Air-Saison in MelchfngenFoto: Rapthel-Kieser Foto: Schwarzwälder Bote

Kultur: Mit dem jüngsten Zuschuss kann der Lindenhof auf dem Melchinger Fußballplatz spielen / Wichtig für Solo-Selbstständige

Burladingen-Melchingen. "Kunst trotz Abstand" heißt ein Förderprogramm des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst. In der neuen Zuschussrunde für den Sommer 2021 wurden im Kreis Reutlingen und im Zollernalbkreis insgesamt fünf kulturelle Einrichtungen bedacht. Das Theater Lindenhof in Melchingen bekam 45 251 Euro. Wir sprachen mit dem Intendanten und Schauspieler Stefan Hallmayer. Der steht noch bis zum 6. Juni jeden Abend mit der schwäbischen Fassung von "Der eingebildete Kranke" nach Moliere auf der Open-Air-Bühne des LTT in Tübingen. Jetzt kann er endlich dem Publikum das auch für Melchingen versprechen.

Seit wann weiß denn der Lindenhof, dass mit den Zuschüssen jetzt auch nahe am Mutterhaus eine Theatersaison Open-Air stattfinden kann?

Diese Woche erst wurde unser Antrag bewilligt.

Was ist das Charmante an dem Zuschuss?

Lustige Frage. Zuschüsse sind in der Regel sinnvoll. Zum Beispiel um bestimmte Projekte, in diesem Fall Theateraufführungen trotz Pandemie, zu ermöglichen. Ihre Bedeutung liegt also eher in ihrer Sinnhaftigkeit denn in ihrer Charmanze. Das was wir dann auf die Bühne bringen und spielen, sollte charmant sein. Und das wird es auch. Ich freue mich wirklich sehr, dass wir unsere Jubiläumsproduktion "Der eingebildete Kranke" nach Moliere in einer schwäbischen Fassung jetzt draußen spielen dürfen. Die Inszenierung sprüht vor Spielwitz, die Kostüme sind großartig und die Kolleginnen und Kollegen spielen traumhaft. Das wird maximal charmant.

Die Theaterfans freuen sich jetzt schon. Wo wird die Bühne aufgebaut?

Gleich neben dem Sportplatz beziehungsweise auf dem Sportplatz, dem Trainingsplatz des TSV Melchingen. Der TSV hat uns freundlicherweise sein Trainingsgelände zur Verfügung gestellt. Dort schieben wir die Tore zur Seite und bauen eine Tribüne für 120 Zuschauer auf.

Was soll da alles gespielt werden? Wer wird eingeladen?

Erst mal spielen wir eine Serie vom "Eingebildeten Kranken". Vermutlich beginnen wir die Outdoor-Serie am 18. Juni. Danach folgen weitere Spieltermine bis zum Ende des Monats. Jetzt muss alles ganz schnell gehen. Wir konnten ja vor Bewilligung keine Vorbereitungen treffen. Und jetzt müssen wir erst mal aufbauen.

Also jetzt wird es auch sportlich für die Theatermacher auf dem Kickerplatz?

Ja, denn Anfang Juli werden dann verschiedene Programme folgen. Da sind wir gerade noch am Organisieren. Dabei werden sein: Bernd Kohlhepp, Heiner Kondschak, Dietlinde Ellsässer, Ernst und Heinrich, um nur ein paar zu nennen.

Wann wer spielt, das erfahren wir im Laufe der nächsten Woche. Die Idee war, dass wir in diesen schweren Zeiten wenigsten ein paar selbstständigen Künstlerinnen und Künstlern, die über die vielen Jahre hinweg unser Programm am Lindenhof für unser Publikum so großartig bereichert haben, dass wir all die tollen Künstler in frischer Albluft mit unserem Publikum wieder zusammenbringen.

Weil das auch für derlei Solo-Selbstständige wichtig ist, die den Lindenhof in guten Zeiten mittragen?

Ja, unser Motto im Antrag war: Um den aktuell pandemiebedingten Gefühlen entgegen zu wirken, möchten wir ein ganzheitliches Angebot unterbreiten – fast wie bei einer Kur. Draußen gemeinsam und trotzdem sicher lachen und Leben erleben. Mit Theater da, wo Abstand eingehalten werden kann. In Melchingen auf der Schwäbischen Alb.

Wie lange wird die Freiluft-Saison auf der Alb?

Nach dem 18. des Monats geht es mit der Spielserie weiter, die insgesamt bis Mitte Juli gehen wird. Wir peilen insgesamt 15 bis 20 Veranstaltungen an.

n Die Fragen stellte Erika Rapthel-Kieser.

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