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Burladingen Dialekt in seiner ganzen Farbenpracht

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Werner Gaus sparte nicht mit schwäbischen Ausdrücken, zu denen er oft die Übersetzung lieferte. Mit musikalischer Mundart gewann Anton Tauscher das Publikum für sich. Mundartstammtisch-Initiator Adelbert Barth hatte im Melchinger Ochsen wieder ein volles Haus. Foto: Bender Foto: Schwarzwälder-Bote

Auch der zweite Melchinger Mundartstammtisch am Mittwochabend wurde ein voller Erfolg. Der Lokalmatador und schwäbische Autor Adelbert Barth hatte zwei Urgesteine des schwäbischen Dialekts gewonnen: Werner Gaus und Anton Tauscher.

Burladingen-Melchingen. Der Gasthof Ochsen wurde eigens für diese Veranstaltung geöffnet und war voll besetzt, als Adelbert Barth den zweiten Mundartstammtisch in Melchingen einleitete. Bereits im April hatte das Mitglied des Vereins "Schwäbische Mund.Art" gemeinsam mit Berthold Biesinger eine glanzvolle Premiere feiern können, und wieder strömten die Menschen aus allen Himmelsrichtungen zu seiner Veranstaltung.

Dass Schwaben so dicht zusammenrücken, ist nicht gerade alltäglich. Anton Tauscher aus Waldenbuch erläuterte nämlich gleich mal den Unterschied zwischen Schwaben und Badenern. Ein Schwabe suche sich in der "Beiz" den Tisch aus, der noch frei ist, oder gehe zur nächsten Wirtschaft. Ein Badener ignoriere sämtliche freie Tische und setze sich zum einzigen Gast in der Wirtsstube dazu. Wenn es sich dabei aber um einen Schwaben handele, dann platze diesem schier der Kragen, sprach Tauscher den Anwesenden aus der Seele.

Was Baden und Württemberg verbinde? "Der Bindestrich" gab sich Werner Gaus aus Haigerloch selbst die Antwort.

Wer denkt, der schwäbische Dialekt sei plump und derb, der konnte sich am Mittwoch eines Besseren belehren lassen. Denn äußerst feinsinnig gingen die beiden Hauptakteure des Abends mit dieser Mundart um. Als Liedermacher hat Tauscher bereits den Sebastian-Blau-Preis erhalten, und Melodien wie Texte kamen beim Publikum hervorragend an. Eingängige Musik und ein hervorragendes Gitarrenspiel wechselten sich mit humorvollen schwäbischen Szenen ab.

Bei der Wohnungssuche kriegt man leicht den Blues

Für die zermürbende "Wohnungssuche" wählte der Musiker einen Blues: "Da ist ein gewisses Grundleiden schon mit drin." Und auch die wichtigen Themen im Leben eines Schwaben ließ Tauscher nicht aus: "Schaffe und Urlaub mache." Letzteres artet beim schwäbischen Zeitgenossen allerdings meist in Arbeit aus – also doch nur "schaffe". Und sparen!

Warum eine Schwäbin keinen Stringtanga trägt? Werner Gaus erklärte eventuell anwesenden Nichtschwaben, welche sich nicht trauten, sich als solche zu erkennen zu geben, dass man einen Stringtanga ja später nicht als Putzlumpen verwenden könne.

Ob in den Gedichten oder Geschichten – die Pointen waren gut gesetzt. In fünf Büchern, 50 Liedtexten und über 200 Gedichten zeigt Gaus, wie ausdrucksstark und farbenprächtig der schwäbische Dialekt ist. Ob Maurer als "Speisbätscher", Gärtner als "Geranienschnipfler" oder "s’Heierle de kadoolisch Pfarrer em Flecka isch." Man verstand sich sprichwörtlich in Melchingen.

Gastauftritte waren erwünscht, und der "Melchinger Dreigesang" nahm diese Gelegenheit wahr. Sie sängen auf Hochzeiten, Taufen und hin und wieder einer "scheene Leich", so Uli Barth, der gemeinsam mit Paul Bausch und Erwin Ott im April beim Mundartstammtisch seinen ersten Auftritt hatte.

Und auch der Thanheimer Jo Schmieg war inzwischen kein Unbekannter mehr. Mit genialen Wortspielen sorgte er für Lacher und nahm sich großer biblischer Themen an. Da wollte Noah seine Birnbäume nicht für den Bau der Arche opfern, weil er doch das Mosten im Sinn hatte, und Mose hatte auf dem Berg Sinai eine derartige Zwiebelfahne, dass Gott davon absah, 20 Gebote mitzugeben, sondern nach der Hälfte genug hatte.

Mundartstammtisch Nummer drei ist im März 2017 in Aussicht

Mit Auszügen aus seinem "Flecka Gschwätz" und gemeinsamen Liedern mit Lena Barth beendete Adelbert Barth den Stammtisch und stellte den dritten dieser Art zur Freude der Besucher im März 2017 in Aussicht.

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