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Burladingen Der Wagen erstrahlt in neuem Glanz

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Reparaturbedarf und Rost allenthalben, da musste man auch auf dem Rücken liegend ran, auch wenn das Öl tropfte. Foto: Feuerwehr Foto: Schwarzwälder Bote

Bis das LF 15 der Burladinger Feuerwehr die größte Reise seines Lebens bis fast unter den Gipfel des Großglockners antreten konnte, war es ein langer Weg, der ihm fast das Leben kostete.

Burladingen. 1972 wurde es außer Dienst gestellt und durch den Kauf des LF 16 TS ersetzt, wobei ein Restwert von 1000 Deutsche Mark für das alte LF 15 mit der Firma Iveco-Magirus vereinbart war. Bei der Auslieferung des neuen LF 16 im April 1972 wurde das alte LF 15 von der Firma allerdings der Burladinger Feuerwehr geschenkt.

Zur Freude der Feuerwehr, ob die damalige Gemeindeverwaltung ebenso erfreut war, ist nicht bekannt.

Denn wohin mit dem Fahrzeug, im damaligen Feuerwehrhaus, dem alten Farrenstall in der Josengasse, war jedenfalls kein Platz. Bereits zu diesem Zeitpunkt herrschte drangvolle Enge in diesem Gebäude, und dann noch dieses Geschenk. Und so begann eine fast 20-jährige fast biblische Herbergssuche für das ausgemusterte Löschfahrzeug.

Das Fahrzeug verschwindet unter einer Decke von Staub und Spinnenweben

Das Fahrzeug wurde hin und her geschubst, in verschiedenen Gebäuden und Scheunen untergebracht und verschwand da unter einer Decke von Staub und Spinnenweben, man möchte fast sagen echt antik. Traurig, aber das heute hoch gefeierte Fahrzeug dämmerte einer ungewissen Zukunft entgegen. Traurig für ein Fahrzeug mit für damalige Zeiten stolzen 90 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 73 Kilometer pro Stunde. Aber letztendlich sollte es auch für das alte LF 15 ein Happy End geben. Mit der Einweihung des neuen Feuerwehrhauses an der Hirschaustraße im Jahre 1993 fand es eine endgültige Unterbringung.

Mit der Restaurierung dauerte es dann weitere neun Jahre, bis die Oldtimerfreunde der Feuerwehr Burladingen 2002 das Projekt in Angriff nahmen. Unter der Leitung des ehemaligen Stadtbrandmeisters Johann Pfister, den Feuerwehrkameraden Johann Acker, Josef Scheu, Christian Ahlinger und dem inzwischen verstorbenen Karl Heinrich ging es kräftig an die Arbeit, und da gab es einiges zu tun. Da gab es einige Mängel zu beheben, Kupplungsspiel, Bremsanlage, die Elektrik musste zum Teil genauso wie die Auspuffanlage erneuert werden, sechs Reifen ausgetauscht, die Lackierung erneuern, das Dach neu abdichten und die Geräteräume frisch anstreichen.

Nach mehr als 2000 Arbeitsstunden wird das Projekt erfolgreich abgeschlossen

Die Lackierung war eine der zeitaufwendigsten Arbeiten, da zuerst das ganze Fahrzeug vom Rost befreit werden musste. Schweißtreibend und manchmal auch erschöpfend, aber ans Aufgeben dachte keiner, sie wollten ihr LF 15 wieder fahren sehen. Zuviel Herzblut hing an diesem Projekt, denn einige waren mit dem Fahrzeug noch zum Einsatz gefahren.

Da wurden Anbauteile demontiert, zerlegt, entrostet, repariert, erneuert, ersetzt, lackiert und gängig gemacht.

Nach mehr als 2000 Arbeitsstunden und einer finanziellen Aufwendung von mehr als 5000 Euro wurde das Projekt Ende 2005 abgeschlossen und 2006 erhielt das LF 15 wieder die Verkehrszulassung. Seitdem wird das Fahrzeug immer wieder gewartet und auf Herz und Nieren überprüft.

Allerdings: Einen Ausflug zum Großglockner wird es nächster Zeit wohl nicht wieder erleben, den es fehlt inzwischen an Fahrern, die das alte Vehikel steuern können. Nix Automatik - stattdessen sind Getriebe, Zwischengas und vor allem auch Gefühl gefragt. Für die Ausfahrten in die nähere Umgebung, auch mit befreundeten Wehren reicht das Können der Fahrer aber noch, und dann darf das "Schnauferl" wieder in seine Garage.

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