Michael Kehrer sorgt für die Sicherheit seiner Kameraden und hält die Ausrüstung in Schuss. Die Leiter muss einem Belastungstest mit vielen Kilos standhalten. Foto: Rapthel-Kieser Foto: Schwarzwälder Bote

Feuerwehr: Der 35-Jährige Michael Kehrer ist neuer hauptamtlicher Gerätewart und seit 30 Tagen im Amt

Michael Kehrer ist zwar neuer hauptamtlicher Gerätewart der Burladinger Feuerwehr, aber wenn es um die Belange der Blauröcke und ihre technische Ausrüstung geht, längst ein "alter Hase". Denn mit zwölf Jahren trat er in die Jugendwehr ein.

Burladingen. In den vergangenen zwei Jahren war Michael Kehrer ehrenamtlicher Gerätewart seiner Abteilung. Gelernt hat der 35-Jährige den Beruf des Zimmermanns, damit geliebäugelt, die Feuerwehr zu seinem Beruf zu machen, hat er schon lange Zeit.

Vor allem im Winter, wenn auf dem Bau nicht viel los ist, die Zimmerleute wenig gefragt sind, habe er es sich überlegt, die Branche zu wechseln, erzählt er uns. Aber in eine Berufsfeuerwehr einer großen Stadt hineinzukommen, das sei sehr schwierig, sagt er. Abgesehen davon, dass dann ein Ortswechsel angestanden hätte.

Als dann ein hauptamtlicher Gerätewart für Burladingen gesucht wurde und die Stelle ausgeschrieben war, wusste er sofort: "Da werde ich mich bewerben." Immerhin hatte er Heimvorteil, kannte die Abteilungen, die Kameraden, den Kommandanten, die Stadt und ihre Ortsteile, hatte der Balinger Wehr schon 23 Jahre die Treue gehalten.

Soviel Feuereifer und Sachkenntnis beeindruckte auch die Entscheidungsträger. Kehrer bekam den Job und trat die Stelle am 1. Mai an. "Ich habe quasi mein Hobby zum Beruf gemacht", freut er sich. Und deshalb gibt es vieles, in das sich der gelernte Zimmer- und altgediente Feuerwehrmann gar nicht mehr einarbeiten muss. "Das passt jetzt und ist top", sagt er nach 30 Tagen im Amt.

Verwaltung ist Neuland

Was er sich noch aneignen muss, was Neuland ist, ist das Verwaltungsprogramm. Denn künftig muss Kehrer auch viel bürokratischen Papierkram bewältigen. Derzeit gilt es vor allem, die Fahrzeuge und das Gerät zu inventarisieren. Da muss auf alles ein Barcode aufgeklebt und es muss als bewegliches Vermögen in die Listen der Stadtverwaltung aufgenommen werden.

Dazu ist Kehrer immer mal wieder in den Feuerwehrgeräthäusern der Teilorte Burladingens zu Gange. Da ist er Ansprechpartner der ehrenamtlichen Gerätewarte und bietet ihnen Unterstützung. Zu seinen Aufgaben gehört es, die Prüfberichte zu erstellen. Er muss im Auge haben, wann welches Vehikel zum TÜV muss, es dort vorführen und eventuell Beanstandungen oder Mängellisten bearbeiten.

Und das gilt nicht nur für die Fahrzeuge. Egal ob Pumpen, Stahlseile, Gewinde, Bandschlingen oder Leitern: Alles muss in gutem Zustand sein, regelmäßig überprüft werden. Michael Kehrer sorgt jetzt dafür, dass das alles in Schuss ist.

Denn, so sagt Ilija Pilic, der Kommandant der Gesamtwehr: "Im Ernstfall hängt auch das Leben der Kameraden davon ab, die müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Ausrüstung in Ordnung ist." Darüber, dass es jetzt wieder einen hauptamtlichen Gerätewart gibt, freut sich Pilic. Bei der Größe, die die Burladinger Wehr mit allen ihren Teilorten und Gerätschaften und zehn Abteilungen insgesamt hat, sei das eigentlich unerlässlich, findet Pilic.

Denn der Gerätewart Michael Kehrer kann den ehrenamtlichen Feuerwehrleuten viele Stunden Arbeit abnehmen. "Die mussten zum Beispiel bisher einen Tag Urlaub nehmen, um einen Einsatzwagen beim TÜV vorzuführen", gibt er zu bedenken. Und wenn der TÜV einmal im Jahr ins Haus kommt, geht es um eine ganze Woche, in der da jemand bereitstehen muss. Das alles ist jetzt Arbeitsalltag von Michael Kehrer. "Mein Traumjob", sagt er.