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Burladingen/Darmstadt Orchideen-Händler beteuert seine Unschuld

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Bei Orchideenliebhabern sind die seltenen Pflanzen bekannt. Online-Händler, die geschützte Arten anbieten, werden mittlerweile von Naturschützern und Ermittlungsbehörden beobachtet. Foto: Rapthel-Kieser

Burladingen/Darmstadt - "Ich habe mit der Potenzmittel-Mafia nichts zu tun." Mit diesen Worten distanzierte sich der 48-jährige Onlinehändler Andreas J., der in den letzten Tagen bei e-Bay Orchideenknollen geschützter Arten angeboten hat, von kriminellen Machenschaften.

Allerdings hatte ihn das Amtsgericht Bensheim in Hessen 2017 deswegen zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Vorwurf lautete schon vor zwei Jahren auf Diebstahl von Orchideen in der freien Natur. Das hat der Schwarzwälder Bote bei seinen Recherchen bei verschiedenen hessischen Polizeibehörden und bei der Staatsanwaltschaft in Darmstadt herausgefunden. Schon damals, so erinnert sich ein Pressesprecher, war während des Verfahrens von Handel bei e-Bay die Rede gewesen.

Dem Schwarzwälder Boten hat der 48-Jährige allerdings am Montag telefonisch versichert, dass die Orchideenknollen, die er in der vergangenen Woche über die Online-Plattform angeboten habe, aus legalen Beständen stammten. Seine Eltern hätten seit 35 Jahren im teilweise überdachten Garten sehr erfolgreich Orchideen gezüchtet. Weil sein Vater mittlerweile 74 Jahre alt sei und die Züchtung und den Handel aufgeben wolle, habe er seinem Vater beim Aufräumen geholfen. Dafür habe ihm der vor einigen Tagen einige Knollen geschenkt, die er nun über e-Bay an den Mann bringen wollte. Noch nie, so der hessische Anbieter, hätte er selbst zuvor Orchideen im Internet angeboten. Und mit der Potenzmittel-Mafia habe er nichts zu tun. "Ich habe keine Orchideen geklaut", versicherte er.

Das Amtsgericht Bensheim beurteilte das allerdings vor zwei Jahren anders. Es verurteilte beide Männer zu Geldstrafen, sah es als erwiesen an, dass sie geschützte Pflanzen gestohlen hatten. Es verurteilte den Sohn seinerzeit zu 600 Euro Geldstrafe, den Vater zu 1200 Euro.

Andreas J. stritt das gegenüber dem Schwarzwälder Bote auch nicht ab. "Das war ein einmaliger Vorfall. Ich bin damals nur dabei gewesen und wusste gar nicht genau, um was es da geht. Und wir haben unsere Lektion gelernt. Ich bin kein krimineller Mensch", betonte er gegenüber dieser Zeitung. "Ich war in meinem Leben noch nicht in Burladingen, und wir haben dort keine Orchideen gestohlen", will er zu den jüngsten Vorfällen klargestellt wissen.

Fest steht, dass die Online-Händler in den Fokus der ermittelnden Behörden geraten sind. Auch wenn es im Einzelfall schwer sein mag, zu beweisen, woher die einzelnen Pflanzen und ihre Knollen stammen: Die Polizei und die Naturschützer haben mittlerweile ein wachsames Auge auf diverse Online-Verkäufe.

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Steffen Maier

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