Die besten neun Punkte für den Beitrag jedes Einzelnen zum Klimaschtutz. Von links Davide Licht, Daniel Hermann und Dorothea Seidl bei der Übergabe des Plakates vor dem Rathaus. Es soll gut sichtbar für alle aufgehängt werden. Foto: Rapthel-Kieser Foto: Schwarzwälder Bote

Umwelt: Die fünften Klassen des Progymnasium stellen sich einem ehrgeizigen Projekt / Eltern mit einbezogen / Eisbär als Symbol

"Ja natürlich, ich hänge das Plakat an markanter Stelle im Rathaus auf und werde so täglich dran erinnert", räumte Davide Licht ein. Die Lehrer des Progymnasiums, Dorothea Seidl und Daniel Hermann, hatten das Plakat aus dem "Eisbären"-Projekt im Rathaus abgeliefert.

Burladingen. Seit Schuljahresbeginn betreuen die beiden Pädagogen, Seidl als Deutschlehrerin und Hermann im Bereich Medien und Kunst, ein ehrgeiziges Projekt in den beiden fünften Klassen des Progymnasiums. Es geht fächerübergreifend und in Zusammenarbeit mit den Eltern immer wieder um Umwelt- und Klimaschutz und um das, was der Einzelne dafür tun kann. Dazu haben die insgesamt 43 Kinder in demokratischer Abstimmung eine Liste der neun einfachsten Punkte erstellt.

"Und das hat sie total begeistert, dass es so einfach sein kann, das jeder einen Beitrag leistet", berichtete Seidl beim Treffen im Rathaus dem Bürgermeister. Sie hatte einen Auftrag von den Fünftklässlern mitbekommen: Die wollten, dass auch der Bürgermeister nochmal die Schulbank drückt und aus seinem persönlichen Umweltschutz-Nähkästchen plaudert.

"Das war den Kindern sehr wichtig, dass ich sie danach frage", schmunzelte Seidl. Und Davide Licht? Klar, die Punkte auf dem Riesenplakat gefielen auch ihm. Öfter duschen statt baden, stand da drauf, das Ladekabel des Handys nach dem Ladevorgang auch wirklich ausstöpseln, beim Kochen den Topfdeckel drauflassen und öfter mal das Fahrrad benutzen statt des Autos. Dem einstigen Top-Radfahrer und Hobbykoch muss das runtergegangen sein wie italienisches Olivenöl. "Ja natürlich, ich werde das Plakat hier im Rathaus aufhängen, da wo viele und auch ich es immer wieder sehen", versprach er den ehrgeizigen Schülern.

Das Strickbild soll unvollendet bleiben

Die wären gerne selber beim Rathaus-Termin mit dabei gewesen, aber da alles coronakonform sein musste, wird das große Treffen wohl irgendwann nachgeholt. Das Projekt, so erläuterte Daniel Hermann, läuft schließlich noch das ganze Schuljahr und soll auch mit der Versetzung der Fünftklässler nicht enden, sondern in irgendeiner Form eine Neuauflage erfahren.

Zeichen dafür, dass es nicht beendet werden soll, ist auch ein Strickbild im Eingangsbereich des Progymnasiums. Plakativ mit einem Eisbär und dem symbolischen blauen Wasser versehen.

"Denkt an die Eisbären", heißt es da auf der Installation. Diese vom Klimawandel besonders bedrohte Tierart wirbt deutlich um Sympathiepunkte für ökologischeres Verhalten. Bei Groß und Klein. "Ziel ist es, dass das Strickbild nicht fertig wird", so Hermann, denn es stehe symbolisch für das Fortschreiten der Klimaerwärmung die ausgebremst werden muss.

Unterstützt wurden die Lehrer nicht nur von allen Kollegen, sondern auch von Monika Rudolf, der geschäftsführenden Rektorin des Schulzentrums.

Mit diesem Projekt hat sich das Progymnasium Burladingen beim Wettbewerb "Energiesparmeister 20/21" beworben. Auch wenn es mit dem Preis bislang nicht geklappt hat. Wie heißt es so schön? "Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir".

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: