Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Burladingen Buschbrände: Stettener bangt um Freund

Von
Berichte aus Australien: Der Burladinger Alexander Schäfer versucht seinem Brieffreund in diesen Tagen Mut zu machen. Foto: Privat

Burladingen-Stetten/Sydney - Wenn über die verheerenden Buschbränden in Australien berichtet wird, verfolgt diese der 18-jährige Alexander Schäfer aus Stetten ganz genau. Er hat seit rund vier Jahren einen Brieffreund namens Ricky. Der lebt nahe bei Sydney, berichtet in Mails und auf Instagram von seinen Ängsten und sendet Bilder der Brände.

Die Freundschaft zwischen den beiden jungen Männern begann vor rund vier Jahren. Alexander Schäfer wollte sein Englisch verbessern und nahm Kontakt zu einem etwa gleichaltrigen Moderator eines Jugendradiosenders auf. Seitdem stehen die beiden per Mails oder im sozialen Netzwerk Instagram in Kontakt, sprechen über ihre Zukunftspläne, die Ausbildung, die Schule und die neuesten Computerspiele.

Seit einigen Wochen beherrscht der Chat der beiden nur ein Thema: Die Buschbrände und ihre Folgen für Rickys Familie.

"Es wird von Tag zu Tag immer schlimmer, ich will hier raus!"

"Alex, geh auf Youtube! Alle vier Großstädte sind umgeben vom Feuer. Newcastle, Sydney, Port Macquarie, Wollongong. Wir sind alle gefangen, keine Flugzeuge, die uns retten könnten, nichts!", schreibt der 17-jährige Ricky da Anfang Januar.

Einmal berichtet er: "Die Bedingungen heute sind sehr schlecht. Es wird von Tag zu Tag immer schlimmer, ich will hier raus! Wir hatten auch heute einen Feuerwehr-Flugzeugabsturz. Der Pilot hat aber überlebt, wie es scheint".

Mehrere Male musste Ricky mit seiner Familie vor den Flammen schon flüchten. "Wir wurden bereits so oft schon evakuiert, meine Familie und ich haben Angst. Evakuierung um Evakuierung, Alex, ich bin müde vom ständigen sich in Sicherheit bringen", schreibt er einmal.

Trotzdem, versuchen die Australier, auch die jungen Menschen, ein Stückchen Normalität zu leben.

"Wenn der Rauch nicht so dicht war und man wenigstens noch 100 Meter weit gesehen hat, mussten wir in die Schule", berichtet der 17-Jährige aus Down Under.

Das Klima sei für die Buschbrände verantwortlich

Beide jungen Männer haben sich auch Gedanken gemacht, über die Ursache der Brände. So fragte Alexander seinen Brieffreund: "Denkst du eigentlich, jemand könnte das Feuer da unten gelegt haben oder war es, wie ich vermute, ein übles Spiel vom Klima?"

Ricky antwortet "Klima. 100 Prozent! Und jeder, der was anderes sagt, kann die Situation hier nicht einschätzen und hat keine Ahnung, wie schlimm es wirklich für uns ist."

Alexander berichtet ihm dann, er kenne ein paar Zeitgenossen, die eben das bestreiten, sogar behaupten, jemand habe das Feuer gelegt. "Das haben die auf unseriösen Internet-Webseiten gelesen, dass der Klimawandel nicht daran schuld sein soll", kommentiert der junge Burladinger und fügt hinzu: „Keine andere Frage wird in Deutschland so heiß debattiert, wie diese."

Aber Ricky ist auch mutig. Er wartet darauf, im August 18 Jahre alt zu werden, damit er sich endlich bei der Feuerwehr melden und bei der Bekämpfung der Brände mithelfen kann. Er hat es schon früher versucht, wurde aber wegen seines Alters abgelehnt.

Der Burladinger Alexander Schäfer weiß, dass das seinen Brieffreund erst recht in Gefahr bringt und der als Feuerwehrmann immer wieder sein Leben riskieren muss. Aber er schreibt ihm: "Ich verstehe deine Entscheidung und bewundere Deinen Enthusiasmus."

Artikel bewerten
25
loading

Ihre Redaktion vor Ort Burladingen

Flirts & Singles

 
 
13

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.