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Burladingen Burladingen – die Durchfahrstadt?

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Treffen im Ratssaal: Unternehmer und IHK-Vertreter diskutieren mit der Stadtverwaltung über die wirtschaftliche Zukunft Burladingens. Foto: Rapthel-Kieser Foto: Schwarzwälder Bote

Die IHK will den "digitalen Leerstand" bekämpfen, aber der Glasfaserausbau bis zu den einzelnen Gebäuden, gibt der Erste Beigeordnete Berthold Wiesner zu bedenken, würde für die ganze Stadt mehr als 150 Millionen Euro kosten.

Burladingen (eri). Auf Einladung der Industrie- und Handelskammer (IHK) waren, just einen Tag nach der Krisensitzung des Handels- und Gewerbevereins, Unternehmer und Geschäftsinhaber mit der Stadtverwaltung zusammengekommen. Sie diskutierten über Stadtentwicklung, eine Offensive für den Handel, Leerstand von Häusern und Geschäften, den Ausbau der Gewerbegebiete und der Landstraßen und den Breitbandausbau.

Bürgermeister Harry Ebert betonte, dass er das Ärztehaus, in dem täglich bis zu 600 Menschen ein- und ausgehen, für einen Frequenzbringer halte, der auch Impulse für die Verschönerung und Sanierung der Innenstadt bringen könnte. In etwa einer Woche werde der Belag des Rathausplatzes fertig sein, 50 Quadratmeter würden derzeit pro Tag verlegt. Danach käme der Feinschliff, Wasserspiel und Lampen. Von Wlan auf dem Marktplatz halte er allerdings nichts, die jungen Leute hätten ohnehin ihre Tarife mit jeder Menge Bytes. Burladingen sei eben eine "Durchfahrstadt", die es den ortsansässigen Händlern auch schwer mache.

Was Gewerbegebiete angehe, sei man jetzt an die Grenzen gestoßen. Bereits die dritte Ausbauphase im Gewerbegebiet Kleineschle um rund 3,5 Hektar in Burladingen sei wegen der FFH-Gebiete, dem Wasser- und Naturschutz bei der Genehmigung auf viele Schwierigkeiten gestoßen. Auch in Melchingen Richtung Talheim verblieben nur einige wenige Plätze die man ausbauen könne.

Matthias Miklautz, Leiter der Geschäftsstelle Zollernalbkreis bei der IHK Reutlingen, hatte zuvor in seinem Referat die Grundbedingungen im Landkreis abgeklopft, wenn es um Straßenausbau und verkehrstechnische Anbindung geht. IHK-Projektmanager Vincent Schock nannte Zahlen zur Kaufkraft der einzelnen Städte (in Burladingen schon mal unter dem bundesweiten Durchschnitt), präsentierte Umsatzzahlen und betonte, dass derjenige optimistischer in die Zukunft blicke, wer seine Dienstleistungen auch im Internet präsentiere. Er wies darauf hin, dass die IHK für Handels- und Gewerbevereine Schulungen und Beratungen anbiete.

Das Internet, es scheint der Knackpunkt für die Unternehmen der Fehlastadt zu sein. Speditionsunternehmer Berthold Barth erzählte, wie er sein Unternehmen per Vertrag mit der Telekom ans schnelle Internet anschließen ließ. Tina Klaiber, Geschäftsführerin der JT-Care in Hausen, hat am Ortsausgang des Killertals weder Netz noch Empfang, und Matthias Bruckelt, Inhaber eines Autohauses in der Innenstadt, bezeichnete "16 MB unbefriedigend". Der digitale Ausbau in Hermannsdorf und Burladingen stehe bei der Stadtverwaltung als Nächstes auf der Agenda, versicherte Harry Ebert den Anwesenden.

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