Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Burladingen Bürgermeister Harry Ebert tritt zurück

Von
Harry Ebert während einer der Burladinger Gemeinderatssitzungen, in denen er massiv Kritik einstecken musste. Foto: Eyrich

Burladingen - Im Netz kursierte am Dienstag schon ein Foto jenes Burladinger Amtsblatts, das an diesem Mittwoch erscheint. Sollte wahr sein, was darin auf Seite vier zu lesen ist, dann tritt nun ein, womit viele seit Monaten gerechnet haben: Harry Ebert macht seine dritte Amtszeit nicht zu Ende, sondern tritt zurück.

Offensichtlich von einem Computer abfotografiert, machte die Seite des Burladinger Amtsblattes die Runde. Dabei wird es an diesem Mittwoch erst online versandt und am Donnerstag in Papierform an die Burladinger Haushalte verteilt.

Lapidar heißt es darin, in fetter Schrift: "Bürgermeister Harry Ebert kündigt Rücktritt an". Darunter folgt der dürre Satz, ohne weitere Erklärung: "Harry Ebert wird zum 01.11. 2019 sein Amt als Bürgermeister der Stadt Burladingen zur Verfügung stellen." Ebert war am Dienstagabend für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Er soll seinen Rückzug aber, so verlautete aus gut unterrichteten Kreisen, auch schon bei einer Versammlung der Rathausmitarbeiter angekündigt haben.

Der Rücktritt des ersten-AfD Bürgermeisters in Baden-Württemberg käme dann erst wenige Wochen, nachdem die AfD mit vier Sitzen bei der Kommunalwahl den Sprung in den neuen Burladinger Gemeinderat geschafft hatte.

Ebert ist seit 1999 Bürgermeister von Burladingen, mithin also seit 20 Jahren im Amt. Zwei Mal wurde er wiedergewählt, zuletzt 2015 mit einer satten Mehrheit. Seine dritte Amtszeit endet offiziell 2023.

Die vergangenen drei Jahre seiner Amtszeit waren belastet von mehreren Amtsblattaffären, den Rücktritten seiner ehrenamtlichen Stellvertreter, Ermittlungen der Dienstaufsicht, die mit einem Verweis endeten, und in den Gemeinderatssitzungen immer wieder Statements von empörten Gemeinderäten, die sich übergangen und missachtet fühlten.

Ebert, der einst der CDU nahestand und dann ins Lager der Freien Wähler wechselte, hatte in den vergangenen drei Jahren in den sozialen Medien und auf seinem Facebookprofil, aber auch mit Äußerungen im Amtsblatt und im Gemeinderat keinen Hehl aus seiner zunehmend rechtspopulistischen Gesinnung gemacht. Im März 2013 trat er schließlich der AfD bei, wurde Beisitzer in deren Burladinger Ortsverband und engagierte sich zudem bei Veranstaltungen der Partei als Redner. Die AfD wiederum warb unverhohlen mit "ihrem Bürgermeister" auf Plakaten und in den sozialen Netzwerken.

Zuletzt hatte Ebert die Gemeinderäte verärgert, als er zu Beginn dieses Jahres dem rechtsnationalen AfD-Rebellen die Burladinger Stadthalle für eine Veranstaltung zur Verfügung gestellt hatte. Die konnte wegen hunderten Demonstranten nur mit einem großem Polizeiaufgebot stattfinden.

Ihre Redaktion vor Ort Burladingen

Flirts & Singles

 
 
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.