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Burladingen Brauch prophezeit trockenen Sommer

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Seit mehr als 40 Jahren wird im Ringinger "Hirsch" die Tradition gepflegt, Karfreitagseier zu öffnen. Ein trockener Sommer wird für dieses Jahr voraus gesagt. Foto: privat Foto: Schwarzwälder Bote

Mit dem Osterfest verbinden sich zahlreiche volkstümliche Bräuche. Einer davon ist das Öffnen von Karfreitagseiern was im Ringinger Hirsch seit über 40 Jahren gemacht wird.

Burladingen-Ringingen (dp). Am Karfreitag vergangenen Jahres prophezeite Hirschwirt Josef Baur einen trockenen Sommer: Und hatte mit seiner Weissagung Recht.

Der 63-Jährige schwört auf dieses Ritual, in den vergangenen Jahren haben die Prognosen stets zugetroffen. Aus Karfreitagseiern das Wetter des kommenden Sommers vorauszusagen, das habe man schließlich bei ihm zu Hause schon getan und er mache es weiterhin. Meist sind Stammtischbesucher dabei, seit vielen Jahren wandert aber auch der Stammtisch des Hausener Schützenhauses an Karfreitag über mehrere Stationen hin zum "Hirsch" zum Mittagessen. Auch sie prüften am Karfreitag mit Josef Baur die Beschaffenheit der Eier, zogen Schlussfolgerungen, wagten Prognosen.

Auch heuer waren die Karfreitagseier, die inspiziert wurden, trocken, was auf einen trockenen Sommer hinweisen soll. Eine Primzahl muss aufbewahrt werden, und so hatte Baur heuer aus je zwei Gelegen fünf Eier. Neun waren völlig trocken, der Dotter fast nicht mehr vorhanden, und wenn dann bernsteinfarben. Nur eines war nicht gänzlich ausgetrocknet. "Des wud an druckner Johrgang", leitet Josef Baur auch dieses Jahr daraus ab.

Im vergangenen Jahr stellte sich die Frage, ob nicht jedes Ei imstande ist, geruchlos ein Jahr zu überdauern. Ausgeschlossen sagte Josef Baur, schon nach wenigen Tagen würden die Eier zu stinken beginnen. Er hatte eine Gegenprobe versprochen und legte knapp 14 Tage später gewöhnliche Eier dazu. Diese wurden unter den Augen der Gäste am Freitag ebenfalls aufgeschlagen. Was dabei herauskam? Josef Baur und die Wirtshausbesucher wissen es. Die Karfreitagseier für nächstes Jahr sind jedenfalls schon wieder auf dem Schrank.

Bei Karfreitagseiern, so weiß man nicht nur in Ringingen, handelt es sich um Hühnereier, die an Karfreitag gelegt werden. Laut Eingeweihten, die man auch in vielen anderen Dörfern trifft, handelt es sich um ganz besondere Eiweißprodukte. Bewahrt man sie auf, heißt es, verfaulen sie während eines ganzen Jahres nicht. Öffnet man sie am darauf folgenden Karfreitag, also zwölf Monate später, lässt sich aus der Beschaffenheit des verbliebenen Inhalts die Witterung des bevorstehenden Jahres ablesen. Obendrein wird den Karfreitagseiern heilende Wirkung wie etwa bei Wundliegen nachgesagt.

Besonders im alpenländischen Raum lebt dieser Brauch. Die Eier sollen unter anderem Hangrutschungen vermeiden und eine reiche Ernte fördern, wenn sie an bestimmten Stellen herumgetragen werden. Roh ausgesaugt beugen sie angeblich Halsweh vor, selbst im Handschuhfach von Autos werden sie immer wieder als Unfallverhüter eingesetzt.

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