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Burladingen Bittere Erkenntnis für die Räte "Unser Sparschwein hat ein Loch"

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Der Schneebruch wirbelte die Kalkulation im Forst durcheinander. Foto: Rapthel-Kieser Foto: Schwarzwälder Bote

Burladingen  (eri). "Es waren schon mal bessere Zeiten", stimmte Forstdirektor Hermann Schmid die Burladinger Gemeinderäte auf seine Planungen für den Waldhaushalt 2020 ein. Er rechnet im laufenden Jahr bei der Bewirtschaftung mit 293.200 Euro Verlust. "Unser Sparkschwein hat jetzt ein Loch", kommentierte Alexander Schülzle, Freie Wähler, den Waldhaushalts-Plan für das laufende Jahr.

Die 4500 Hektar Wald, die Burladingen sein eigen nennt und die die Stadt damit unter die Big-Five der baden-württembergischen Waldbesitzer katapultiert, wurden immer wieder als "Schatzkästlein" bezeichnet. Tatsächlich spülten sie in den Jahren 2011 bis 2015 jeweils Summen zwischen 636 000 bis 577 000 Euro in den Stadtsäckel.

Dann, so Schmid während seiner Ausführungen, kamen "die Bremsstreifen". 2017 war die planmäßige Nutzung und der Holzeinschlag fast noch normal. Aber 2018 sorgte Sturmholz, Käferplage und anhaltende Trockenheit dafür, dass der Gewinn sich deutlich senkte. Es waren nur 102 000 Euro, die der Wald abwarf.

Und auch für 2019 muss Schmid seine Gewinnerwartung, die er einst mit 184 000 veranschlagte, korrigieren. Der enorme Schneebruch machte dem Kalkül des Forstdirektors einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Er wird das Jahr wohl nur mit 35 000 Euro abschließen können. Der Holzmarkt ist mit Käfer-, Sturm-, und Schneebruchholz überschwemmt und die Preise am Boden. Hinzu kommen erhöhte Kosten von 30 000 bis 40 000 Euro im Personalbereich und wegen der notwendig gewordenen Forstreform sind auch die Verwaltungskosten auf 200 000 bis 270 000 Euro gestiegen. Auch die Holzerntekosten liegen höher.

Das Jahr 2020 ist voller Unwägbarkeiten und um nicht nur orakeln zu müssen, entwarf der Forstfachmann, drei verschiedene Szenarien. Wirklich gut sah keins davon aus.

Die Einschlagmenge veranschlagte er wie gehabt bei 29 000 Festmeter. Wie viel davon gefällt werden muss weil es schadhaft ist, lässt sich noch nicht genau sagen. Das will der Fachmann flexibel entscheiden. Auch was das Holz auf dem da niederliegenden Markt einbringt, ist schwer abzuschätzen.

Trotzdem blicken die vier Revierleiter, die samt der Azubis ebenfalls alle in der Sitzung anwesend waren, in die Zukunft. So sollen unter anderem 17 500 Fichten neu gepflanzt werden, 3 000 Buchen, 2 000 Tannen und 1 220 Douglasien.

"Sie können trotzdem sehr stolz auf ihren Wald sein", betonte Schmid gegenüber den Räten. Er schätzt, dass Waldbewirtschaftung noch zwei oder drei Jahre schwierig sein wird und es dann wieder besser wird. "Die Holzpreise werden auch wieder steigen", gab er sich zuversichtlich.

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