Beim Schutz von Senioren kommt es vor allem auf die richtige Teststrategie an. Symbolfoto: ©Allica _AdobeStock.com Foto: Schwarzwälder Bote

Teststrategie: Erfolgreich beim Schutz der 2 000 Bewohner in 26 Senioren-Häusern / Schnelltests nahezu so zuverlässig wie ein PCR

Die Senioren-Einrichtungen des Burladinger BeneVit-Gründers Kaspar Pfister sind derzeit frei von Corona. Dies gibt der Geschäftsführer des Unternehmens, Arnd von Boehmer, in einer Pressemitteilung bekannt.

Burladingen/Albstadt. Geschafft hätte das Unternehmen dies mit konsequenten Hygieneregeln und eigener Teststrategie im Kampf gegen das Virus. Rund 2 000 Bewohner leben in den 26 stationären Einrichtungen. Die ambulanten Dienste der Unternehmensgruppe versorgen täglich etwa 900 Klienten. "Wir sind über diesen Zustand sehr froh", sagt Geschäftsführer Arnd von Boehmer.

Fast alle BeneVit-Einrichtungen waren seit Beginn der Pandemie von Corona betroffen, wiesen jedoch verglichen mit anderen Häusern eher niedrige Infektionszahlen auf, kommentiert er. Unter den Bewohnern beziehungsweise Klienten habe es seit dem Frühjahr 2020 insgesamt 193 positive Fälle gegeben. 25 Bewohner seien leider verstorben. "Jeder einzelne Verlust ist schmerzhaft", sagt von Boeh­mer. Die Geschäftsführung sei jedoch überzeugt davon, dass die Folgen weitaus gravierender wären, falls die betriebseigenen Hygiene- und Schutzmaßnahmen nicht so konsequent und strikt umgesetzt worden wären.

Seit Oktober vergangenen Jahres setzt BeneVit schon auf die PoC-Antigenschnelltests. Das war deutlich vor Inkrafttreten gesetzlicher Testpflichten in Alten- und Pflegeheimen. Täglich würden alle Mitarbeiter vor Dienstbeginn sowie die Bewohner stichprobenhaft getestet.

Daneben muss sich jeder Besucher vor Betreten der Einrichtung einem Test unterziehen. Rund 92 000 PoC-Antigenschnelltests wurden bei BeneVit nun schon gemacht. Davon waren etwa 170 Ergebnisse positiv. Bemerkenswert: Nur ein geringer Teil der Infizierten hatte zu diesem frühen Zeitpunkt bereits Symptome. "Corona-Infektionen konnten somit frühestmöglich erkannt und eine Virusverbreitung eingedämmt werden", heißt es von Seiten der BeneVit.

Die Unternehmensgruppe ließ intern die Testgenauigkeit analysieren. Etwa 30 000 der ausgeführten PoC-Tests wurden ausgewertet und die Fragen beantwortet: Wie zuverlässig sind die Tests? Stimmt ein positives PoC-Ergebnis mit einem darauffolgenden PCR-Ergebnis überein? Das Ergebnis der internen BeneVit-Untersuchung: eine Fehlerquote von gerade einmal 0,16 Prozent – also eine Testgenauigkeit von 99,84 Prozent.

Der Virenschutz ist keine Glücksache

Die täglichen PoC-Tests und immer ausreichend vorhandenes Schutzmaterial waren und sind in den BeneVit-Einrichtungen entscheidende Faktoren im Kampf gegen die Pandemie, heißt es in der Mitteilung. Die Aussagen mancher Vertreter aus Politik und Verwaltung, wonach es letztlich eine Glückfrage sei, ob und wie stark das Virus in einer Pflegeeinrichtung grassiere, mag von Boehmer folglich so nicht stehen lassen. "Es braucht immer ein wenig Glück", sagt er, "aber wir setzen weiterhin auf konsequente Hygieneregeln und unsere erfolgreiche Teststrategie".

BeneVit arbeitet nach dem Hausgemeinschaftskonzept, das vor allem auf dezentralen Strukturen basiert – also ohne zentrale Großküche oder Großwäscherei. Alle Haushaltstätigkeiten werden in den Wohngruppen zusammen mit den Bewohnern erledigt. Somit kann im Falle eines Virusausbruchs jede Wohnung isoliert werden, ohne dass der Alltag der Bewohner eingeschränkt wird. Kein Bewohner, der nicht an Corona erkrankt ist, muss den Tag allein im Zimmer verbringen.

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