Die alte Turn- und Festhalle in Gauselfingens Schulstraße: Ihre Sanierung hätte wohl 2,2 Millionen Euro gekostet. Foto: Rapthel-Kieser

Noch in diesem Jahr soll in Gauselfingen mit dem Bau begonnen werden. Der Ortsteil bekommt ein Bürgerhaus nach dem Vorbild von Hörschwag. Für einige andere Gebäude im Ortsteil wirft das Fragen auf.

Es ist einige Jahre her, dass der Ortschaftsrat von Gauselfingen seine Hörschwager Nachbarn besuchte und nicht schlecht staunte, wie toll deren Bürgerhaus geplant und gebaut ist. Da war schnell klar: So oder so ähnlich soll es auch in Gauselfingen aussehen.

 

Zwar hätten sich viele Bürger in Gauselfingen den Neubau mehr in der Ortsmitte gewünscht, da hatte die Stadt aber keine Grundstücke. Also wird es nun am Ortsausgang an der Sigmaringerstraße, unterhalb des Friedhofes entstehen. Dort gibt es bereits einen Parkplatz, der soll erweitert werden und kann dann von Friedhofs- und Hallenbesuchern genutzt werden. Außerdem soll es – so wie in Hörschwag – Räume für die Ortschaftsverwaltung geben, auch Platz für den Fronmeister und ein Carport für sein Fahrzeug ist vorgesehen. Das Hörschwager Bürgerhaus will der Architekt gar noch toppen. Er hat eine offene Fensterfront geplant, die es bei schönem Wetter zulässt, auch den Außenbereich zu nutzen. Das ganze barrierefrei, energetisch sauber mit Photovoltaik und gebaut mit viel Holz. Kosten soll das Ganze 2,5 Millionen Euro.

Neubau berührt drei weitere Gebäude

Aber die Stadt selber wird davon wohl nur 1,75 Millionen Euro bezahlen müssen. Denn der Schwerpunktgemeinde im ELR-Programm wurde vom Land ein Zuschuss von 750 000 Euro bewilligt – die Höchstsumme.

Die Zeitpläne der Verwaltung sind deshalb sportlich. Nachdem das Landratsamt seine Genehmigung erteilt und die Pläne durchgewinkt hat, sollen gleich nach der Sommerpause einzelne Gewerke ausgeschrieben werden. Man will Ende des Jahres 2025 fertig werden, auch wegen der Zuschüsse. Die alte Halle in der Schulstraße soll abgerissen werden. Ihre Sanierung hätte 2,2 Millionen Euro gekostet. Bagger und Abrissbirne rollen aber erst an, wenn der Neubau steht. Und da die Ortsverwaltung dann umziehen wird, fragen sich die Gauselfinger nun, was dann aus ihrem alten, denkmalgeschützten Rathaus werden soll. Das gilt beim Landesdenkmalamt seit einer Besichtigung der Experten vor Ort im Jahr 2018 als beispielhaft für den industriellen Bau- und Einrichtungsstil der Wirtschaftswunderjahre in den 50ern des vorigen Jahrhunderts. Der Retro-Chic ist bis heute in der Inneneinrichtung erhalten.

Silvia Roos: machen Pläne

Und dann ist da ja noch das ehemalige Gebäude des Kindergartens Rasselbande, zentral gelegen an der Sigmaringer Straße. Hier proben und feiern inzwischen einige der Vereine, da läuft das kulturelle Leben und viele Gauselfinger können sich einen Abriss des Hauses gar nicht vorstellen.

Geprägt von den Wirtschaftswunderjahren war der Bau des Gauselfinger Rathauses. Foto: Rapthel-Kieser
Derzeit ein Hort der Vereine. Der alte Kindergarten Rasselbande. Foto: Rapthel-Kieser

Obwohl auch dieser Bau inzwischen in die Jahre gekommen ist, seine Macken hat und vor allem energetisch zu wünschen übrig lässt. Auf jeden Fall, so versicherte es Ortsvorsteherin Siliva Roos unlängst öffentlich, wird derzeit intensiv überlegt, wie es weiter geht im Rathaus und mit dem Rasselbande-Gebäude.