Ein gut gelaunter Klaus Käppeler unterhält sich mit Bürgern aus Jungingen und Burladingen via "Zoom" beim virtuellen Wohnzimmergespräch. Foto: Dick Foto: Schwarzwälder Bote

Bürgernähe: SPD-Landtagskandidat und Martin Rosemann plauschen online mit Bürgern aus Burladingen und Jungingen

Eigentlich finden die Wohnzimmergespräche ja als Treffen in echten Häusern von Bürgern statt. Der Pandemie wegen mussten Gastgeber und Teilnehmer nun auf die eigene Couch ausweichen, man traf sich virtuell bei "Zoom". Ziel: "Eine zwanglose Diskussion über Politik", wie Martin Rosemann (SPD, MdB) in der Begrüßung sagte.

Burladingen/Jungingen. Martin Rosemann und Klaus Käppeler, der bei der Landtagswahl im März für den Wahlkreis Hechingen-Münsingen antritt, wollten vor allem wissen: Wo drückt den Menschen aufgrund der Corona-Einschränkungen der Schuh besonders?

Auskunftsfreudige Gesprächspartner waren in der Runde mit von der Partie – nämlich unter anderem Thomas Herter, der für den BSV Jungingen sprach, Manfred Bittner, dem die vier Chöre aus Killer und Starzeln besonders am Herzen lagen, und Oliver Simmendinger, der als Bürgermeister von Jungingen noch keinen Tag Amtszeit erlebt hat, der nicht im Schatten der Pandemie gestanden hätte.

Bittner und Herter verdeutlichten, dass die Vereine unter laufenden Ausgaben zu "leiden" hätten, aber auf der anderen Seite keine Einnahmen verbuchen könnten. Manfred Bittner: "Konzerte fallen aus, der Weihnachtsmarkt ist ausgefallen. Wir haben schon bei Bürgermeister Licht eine Vereinsförderung beantragt", aber die könne die finanziellen Ausfälle, die bis zum Sommer entstünden, nicht auffangen. Zudem sorgte sich Bittner darum, dass die lange Singpause manche Mitglieder dazu bewegen könnte, aus den Chören auszutreten.

Ähnliche Befürchtungen hatte auch Thomas Herter um die Junginger Badminton-Jugend: "Wir müssen die Kids wieder vom Computer wegbekommen und zum Sport bewegen", sagte er. Außerdem ärgerte sich Herter darüber, dass sein Verein die vollen Versicherungsgelder bezahlen müsse, obwohl die betreffende Versicherung derzeit keinerlei Ausgaben habe, wie er meinte. Glücklichweise habe der BSV eine gute finanzielle Basis und werde die Zeit überstehen. Käppeler "beauftragte" Rosemann das Thema Versicherung "mit in den Bundestag" zu nehmen. "Könnte man da nicht wenigstens prozentual etwas an der Versicherungssumme nachlassen?", stellte er in den Raum.

Mütter sind sehr gestresst.

Oliver Simmendiger wusste von den Nöten der (Junginger) Eltern zu berichten. Vor allem für sie sei der Lockdown generell eine große Belastung. Klaus Käppeler, der bis zum Sommer noch als Lehrer tätig war, gab Simmendinger recht: "Ich mache mir Sorgen. Viele Mütter sind sehr gestresst." Er befürwort den Wechselunterricht: "Klar, dass man derzeit mit 28 Kindern in der Klasse nicht unterrichten kann, aber mit 14 geht das schon", meinte er.

"Und was sind die Erwartungen an die Politik dieser Tage?", war eine der letzten Fragen der beiden Genossen an ihre Sofa-Gäste. Thomas Herter hatte da schnell eine Idee: "Wir müssen wieder in den Trainingsbetrieb einsteigen", sagte er in eindringlichem Ton. "Selbst wenn es nur mit wenigen Personen ist." Vier Leute auf einem Badminton-Feld –­ das müsse doch möglich sein.