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Burladingen AfD-Treffen: "Alb Offensive" ruft zu Protest auf

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Die "Alb Offensive" ruft im Internet zu Protesten gegen die AfD-Veranstaltung auf. Screenshot: Hürster

Burladingen - Die Tagung der AfD-Ultrarechten am kommenden Samstag in der Burladinger Stadthalle, samt Aufrufen zu Gegendemonstrationen, spaltet jetzt bereits die politischen Gruppen auf dem linken, aber auch dem rechten Flügel.

Eine Gegendemonstration ist noch nicht einmal legal angemeldet, da kursieren in den sozialen Netzwerken bereits auf den unterschiedlichsten Profilen diverse Aufrufe, nach Burladingen zu kommen. Mit dabei auch jene Ulmer Gruppen, die sich schon dagegen stark machten, dass das Treffen der ultrarechten AfD’ler in ihrem Bürgerzentrum Eselsberg stattfindet. "Egal, wo ihr hinkommt, wir sind schon da", postet die "Alboffensive – kein brauner Albtraum" und die "Ernst-Bloch-Uni Tübingen" kündigt an, es werde ein "antifaschistisches Wochenende", da sie mit Protesten auch gegen den Neujahrsempfang der AfD, am Freitag in Reutlingen, zu Felde ziehen will.

In den Fokus geraten ist das beschauliche Fehlastädtchen mit seiner AfD-Veranstaltung unter anderem bei Gruppen wie "Ulm Nazifrei", "Rechtsaußen die Flügel stutzen", "Kollektiv 26 – Autonome Gruppe", "AfD stoppen", "Antifa-Referat Tübingen" und "Vogelschiss – AfD und andere Rechtsextreme". Sie alle rufen offen dazu auf, sich am Samstag, ab 13 Uhr, vor der Burladinger Stadthalle zu versammeln.

Wird nun auch das Hallenbad zur Sicherheit geschlossen?

Genau davor aber warnt der Ortsverband von Bündnis 90/Grüne. Die Burladinger Ökopartei befürchtet Ausschreitungen und ließ dem Schwarzwälder Boten über den Vorsitzenden Stefan Businger und seinem Stellvertreter Peter Thriemer folgendes Statement zu kommen: "In der Burladinger Stadthalle findet am Samstag eine Veranstaltung statt, bei der die Zukunft der AfD besprochen werden soll. Mit dabei viel AfD Prominenz: Repräsentanten des Stuttgarter Aufrufs – also der rechte Flügel. Nach Burladingen kommen sie, weil die Stadt Ulm ihnen den Veranstaltungsort verweigerte. Diese Personen fühlen sich verfolgt, sogar von der eigenen Partei. Im Stuttgarter Aufruf jammern sie über ›Feigheit und Verrat‹. Das ist ein schlechtes Gefühl, das sie mit vielen anderen Flüchtlingen auf der Welt teilen. 

Vielleicht gedenken sie in ihrem Burladinger Refugium an all die Elenden, die dankbar wären, wenn jemand sie aufnähme. Die Grünen vom Ortsverband Burladingen verstehen die Vergabe der Halle an diese Gruppierung als Provokation der friedlichen Einwohnerschaft. Auf den Versuch unsere Gesellschaft zu spalten, wollen wir uns nicht einlassen. 

Es ist zu befürchten, dass von Seiten der Veranstalter die Hoffnung besteht, dass es vor der Halle zu Ausschreitungen kommt. Diese politische Gruppierung liebt es, sich als Opfer zu inszenieren, um davon abzulenken, dass sie Hass und Missgunst befördern. Wir fordern deshalb alle wohlmeinenden Menschen auf, sich nicht  vor der Halle zu versammeln. Wir planen darum auch keine Demonstration. Wir bitten alle, die sehen wollen, wer da anreist, sich nur entlang der Zufahrtsstraßen aufzuhalten. In der Hoffnung auf ein erholsames und friedfertiges Wochenende."

Sorgen, was die Situation rund um die Burladinger Stadthalle am Samstag angeht, scheint man mittlerweile auch bei der Stadtverwaltung zu haben. So sickerte durch, dass eine Schließung des nahegelegenen Hallenbades für diesen Tag in Erwägung gezogen wurde. Vermutlich, um Eltern oder Kinder aus dem Bereich fern zu halten, vielleicht aber auch nur, um die An- und Abfahrt oder Parksituation zu entspannen. Eine Begehung durch die Polizei, so beobachteten es Anlieger, hat vorgestern bereits stattgefunden.

Bei den AfD-Anhängern gibt es, was das Treffen in der Burladinger Stadthalle angeht, offensichtlich ganz unterschiedliche Meinungen. Burladingens Bürgermeister Harry Ebert, der seine "Gute Stube" dafür zwar mutmaßlich vermietet hat, beklagte gegenüber Medienvertretern, dass die "internen Querelen" der AfD seiner Partei nur schaden und dass es deshalb schon "einige Absagen bezüglich der Kommunalwahl" gegeben habe.

Auch im Kreisverband der AfD sorgte ein Post für Unmut. Mit "Willkommen im Zollernalbkreis" hatte der zuständige Facebook-Redakteur Joachim Wald die Rechtsausleger auf dem von ihm betreuten Profil begrüßt. Tags drauf ruderte er, wohl nach interner Kritik, wieder zurück.

Er stellte klar: "Ganz persönlich werde ich diesen Gruß auch nicht entfernen, nur weil diese Veranstaltung jetzt in den Medien erwähnt wird. Allerdings gehört es zum Mut, zur Wahrheit dazu, dass ich diesen Willkommensgruß eigenständig ausgesprochen habe. Wer damit ein Problem hat, der darf es mir gerne schreiben. Ich stehe für parteiinterne Diskussionen jederzeit zur Verfügung. Dies ist eine innerparteiliche Diskussionsveranstaltung, nicht mehr, aber auch nicht weniger."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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