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Burladingen AfD bewirtet: Drohmails gegen Hendl-Alb

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Diana Dehner zwischen Theke und Tür. "Das Nebenzimmer steht allen offen", betont die 42-Jährige Wirtin und ärgert sich über die anonymen Boykottaufrufe. Foto: Rapthel-Kieser

Burladingen - Nachdem Frank Rosin ihr Restaurant aufgepeppt und dem Kleineschle den Namen "Hendl-Alb" verpasst hatte, ging es aufwärts mit der Wirtschaft von Diana Dehner. Jetzt fürchtet die 42-Jährige erneut um ihre Existenz. Einige stört, dass auch die AfD bei ihr zu Gast sein darf.

Diana Dehner bekam in den vergangenen Monaten zahlreiche E-Mails; verschiedene Absender, kein Name, den die Geschäftsinhaberin kennt, meistens ein Account bei web.de. "Da versteckt sich jemand", sagt Diana Dehner. Der Inhalt der Mails ist immer derselbe. Weil sie auch die AfD und deren Veranstaltungen beherberge, wolle man zum Essen und Trinken nicht mehr zu ihr kommen, man habe anderen Familienmitgliedern und Freunden geraten, das Lokal "Dianas Hendl-Alb" zu meiden. Ein Boykottaufruf und eine Drohung.

"Das ist unter aller Kanone", ärgert sich die Geschäftsinhaberin, denn: der Umsatz sei merklich zurück gegangen. Die erste große Veranstaltung der AfD war die Wahlparty zur Bundestagswahl im vergangenen Herbst. Auch Bürgermeister Harry Ebert war damals in "Dianas Hendl-Alb" dabei.

Für seinen Beitritt in die AfD hatten Vertreter des Landesverbandes dann vor einigen Wochen ebenfalls wieder das Nebenzimmer gebucht. "Ich wusste gar nicht, dass es bei dieser Reservierung um den Beitritt Eberts in die AfD geht", bekennt Diana Dehner. Und selbst wenn: Sie sieht keinen Grund, dieser Partei und den Bürgermeister des Hauses zu verweisen.

Die junge Wirtin versteht die Welt nicht mehr. Ihr großes Nebenzimmer bietet Platz für 120 Personen. Solch eine Räumlichkeit in einem Lokal gibt es sonst nicht in Burladingen. Da reisen auch schon mal Gruppen aus Albstadt an, um dort ihre Veranstaltungen abzuhalten. Vor allem aber kommen die Burladinger. Die SPD war schon da, mehrfach. Die CDU hielt schon Kreisversammlungen dort ab, die IG-Metall traf sich dort, das DRK hält Kurse ab, Firmen lassen sich für betriebsinterne Fortbildungsveranstaltungen den Nebenraum reservieren, ebenso die Landfrauen.

"Burladingen ist bunt, und ich bin eine Gewerbetreibende und für alle offen, die hier essen und trinken wollen, ihre Rechnung bezahlen und sich anständig benehmen", sagt Diana Dehner. Sie selber habe sich schließlich nie über ihre eigene Einstellung zur Politik und ihre persönlichen Präferenzen geäußert. Und es habe auch nie Probleme, Stress, Pöbeleien oder gar Ausschreitungen zwischen den Gästen gegeben, sagt Diana Dehner.

Wenn eine Gruppe das große Nebenzimmer belegt, bleibe der Gastraum vorne mit seinen 40 Plätzen davon ja völlig abgetrennt, gibt sie zu bedenken. Aber gerade das Nebenzimmer, das Rosin ihr aufzupeppen half, sei seit zwei Jahren eben gut gelaufen, oft belegt gewesen und: "Wenn große Gruppen dort reservieren und die Gäste da essen und trinken, das ist mein Umsatz, das ist mein Verdienst." Auch Vertreter der "Reichsbürger" treffen sich immer mal wieder im Nebenzimmer; "zu Vorträgen spiritueller Natur", sagt die Wirtin.

Die Qualität ihrer Gerichte stimme, das hätten ihr und ihrem neuen Koch Josef Rücker viele Gäste bestätigt. Umso ärgerlicher findet Diana Dehner einen Boykott wegen mancher Politik-Veranstaltungen in ihrem Nebenzimmer. "Das ist kein feiner Zug", sagt sie seufzend.

 
 

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