Nach der Kältewelle geht es weiter: Das Richtfest am Zentrum am Rathausplatz soll im April gefeiert werden. Das Haus ist jetzt schon fast voll und vermietet. Foto: Rapthel-Kieser

Burladinger Praxeninhaber drängeln in Neubau. Auch Onkologin Abt wird einziehen.

Burladingen - Das Richtfest ist erst für den April geplant, aber das BeneVit-Zentrum am Rathausplatz ist jetzt schon voll. Viele Burladinger Praxeninhaber haben Mietverträge unterschrieben, selbst die Gemeinschaftspraxis Abt-Schweitzer, lange Zeit zögerlich und kritisch mit dem Investor, zieht ein.

"Wir wollen ins Ärztehaus, aber wir wollen nicht von Kaspar Pfister mieten", setzt Armin Schweitzer, Alt-Mediziner, Mitinhaber der Praxis Abt-Schweitzer und Burladinger FW-Gemeinderat auf Anfrage unserer Zeitung seinen monatelangen Quengel-Kurs gegen den Millioneninvestor fort. Mehr wollte er dazu nicht sagen. Wer da jetzt als Zwischenmieter auftritt, mag auch nicht mehr wichtig sein.

Fest steht, BeneVit-Chef Pfister kann sich freuen. Schon vor dem für April angepeilten Richtfest-Termin hat er das Haus voll. So voll, dass nur noch eine Praxis übrig ist und es deutlich weniger behindertengerechte Wohnungen geben wird als ursprünglich geplant. Denn die werden zu Gunsten von Praxen bei der Innenraumgestaltung jetzt umfunktioniert. "Das ist der einzige Wermutstropfen daran", sagt Pfister im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Nachdem BeneVit auch eine Wohnung als Büro für den eigenen ambulanten Dienst brauche, seien jetzt nur noch drei von ursprünglich elf geplanten barrierefreien Zwei-Zimmerwohnungen übrig und Anfragen gäbe es viele.

Pfister weiß, es ist eine Klage auf hohem Niveau, denn zuvorderst stand an, ein Servicecentrum im Bereich Medizin und ärztlicher Versorgung zu errichten. Und das scheint komplett gelungen. Mit Fug und Recht kann Pfister in einer ergänzenden Pressemitteilung von einem "Rund-um-Paket in Sachen Lebensqualität; stilvolles, barrierefreies Wohnen, umfassende Gesundheitsvorsorge, Unterstützung für pflegende Angehörige durch den ambulanten Dienst und die Tagespflege sowie familienfreundliche Arbeitsplätze durch die Kinderbetreuung" sprechen.

Der BeneVit-Chef gibt bekannt: Zu den Mietern gehören bislang die Elisabeth-Apotheke sowie das Sanitätshaus Gießler/Orthopädietechnik aus Albstadt, es gibt Mietverträge mit dem Zahnarzt Thomas Springer, der Frauenärztin Martina Knobloch, mit Dr. Marcela Zaviacicova, der Nachfolgerin in der Kinderarztpraxis von Eva-Maria Hemforth. Auch die Gemeinschaftspraxis Abt und die Physiotherapeutin Saskia Streicher haben Mietverträge unterschrieben. Lediglich noch eine Praxis ist frei.

Gespräche sind im Gange

Zusammen mit dem Hausärzteverband Baden-Württemberg, so Kaspar Pfister, suche die BeneVit hierfür einen Allgemein- oder Facharzt. Man sei "sehr zuversichtlich". Außerdem habe ein Hörgeräte-Studio Interesse angemeldet, sich ebenfalls im neuen Gebäude einzumieten. Die Gespräche hierzu seien noch im Gange und ließen hoffen.

Damit ist Pfister in kurzer Zeit gelungen, was Stadtchef Harry Ebert lange Zeit nicht schaffte. Zwar wollte der Bürgermeister den Gemeinderat in der Planungsphase davon überzeugen, das Ärztehaus in kommunaler Eigenregie zu errichten und als Stadt die Praxen dann selber an die Ärzte zu vermieten, musste aber dann den Offenbarungseid leisten: Er fand keine Mieter, bekannte er in einer der Sitzungen, in der die Räte nachhakten.

Den Gemeinderat und die Stadtverwaltung dürfte der Vorab-Erfolg des Ärztehauses jetzt freuen. Denn Burladingen hatte eine "Mietgarantie" übernommen. Hätte Pfister ebenfalls Probleme gehabt, die Flächen an den Mann zu bringen, hätte die fehlenden Mieten die Kommune übernommen um sein Risiko als Betreiber des Hauses zu mindern. So wurde es einst zwischen Pfister und der Verwaltung vereinbart.

"Hürden im Bauablauf"

Das wird jetzt wohl nicht mehr nötig sein. Trotzdem, der BeneVit-Chef deutet an, dass es runder laufen könnte, was die Zusammenarbeit mit der Stadt angeht.

Er spricht in seiner Pressemitteilung von "Hürden im Bauablauf" die "manchmal unüberwindlich schienen" und dass "noch etliche Herausforderungen zu lösen sind."

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