Blick in die Atemschutzwerkstatt: Ganz schön viel Ausrüstung, die so ein Atemschutzträger mitführen muss.Fotos: Eule Foto: Schwarzwälder Bote

Feuerwehr: Atemschutzträger müssen alle drei Jahre zu einer Belastungsprüfung mit voller Ausrüstung

Burladingen (eb). Im Ernstfall müssen die Atemschutzträger durch Rauch, Qualm und Flammen vorrücken, um verletzte Personen in Sicherheit zu bringen oder Feuer in Gebäuden zu löschen. Über 111 solche Atemschutzträger verfügt die Feuerwehr Burladingen in ihren Einsatzabteilungen.

Um den genannten Aufgaben zu jeder Zeit gerecht werden zu können, genügt nicht nur ein Lehrgang, sondern es bedarf einer dauernden Weiterbildung und vor allem des Nachweises der körperlichen und psychischen Fitness. Diese Fitness oder auch Tauglichkeit muss nach bestandenem Lehrgang alle drei Jahre durch eine Belastungsprüfung nachgewiesen werden. Ab dem 50. Lebensjahr ist sogar jährlich eine ärztliche Überprüfung notwendig. Eigentlich erfolgen diese Belastungsprüfungen auf der Atemschutzstrecke des Zollernalbkreises in Tailfingen – was Pandemie-bedingt derzeit nicht möglich ist.

Also galt es für Stadtbrandmeister Ilija Pilic neue Wege zu finden, um unter Einhaltung der Hygienevorschriften und allem, was sonst noch dazugehört, die notwendigen Belastungsübungen in Burladingen durchzuführen. Die Unfallkasse Baden-Württemberg und das Innenministerium haben die Möglichkeit für eine Ersatzbelastungsprüfung erarbeitet und diese durch Rechtsverordnung genehmigt. Die Genehmigung galt bis Ende Dezember 2020, wurde aber auf die Dauer der Pandemiebeschränkungen verlängert.

Die Ersatzbelastungsübungen werden für jede Einsatzabteilung unter der Leitung und Betreuung von Löschmeister Christian Schäfer und Brandmeister Martin Hofmeister von der Einsatzabteilung Stetten durchgeführt und betreut. Der Ablauf der Übung ist schematisiert und läuft für die junge, dynamische Truppe der Atemschutzträger jedes Mal gleich ab: Zwischen zwei Fahrzeugen in der Fahrzeughalle 20 Meter mit 40 Kilogramm Last laufen, dann in voller Montur eine Runde um das Feuerwehrhaus laufen, 20 Meter unter einem Hindernis in der Fahrzeughalle kriechen, wieder eine Runde laufen, dann Treppensteigen über zehn Höhenmeter, wieder zwei Runden laufen, nochmals Treppensteigen und dann nochmals zwei Runden laufen. Zum Schluss steht das Zurückbringen der Geräte und Ausrüstung in die Atemschutzwerkstatt an. Die Dauer der Übung soll etwa 20 Minuten betragen, und die Einsatzübung ist bestanden, wenn der mitgeführte Atemluftvorrat für die geforderten Tätigkeiten ausreicht. Dies ist Sicherheitsmaßnahme zum Schutz der Einsatzkräfte. Denn wer seinen Sauerstoff vorzeitig verbraucht hat, ist für Atemschutzeinsätze nicht mehr geeignet. Ein Alarmsignal warnt den Atemschutzträger über den kritischen Zustand, im Ernstfall müsste der Wehrmann jetzt umkehren.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: