Die Männer vom Bauhof sind fleißig beim Aufbau der 40 Holzbuden. Foto: Sabine Zoller

Wenn die historischen Mauern der Zavelsteiner Burgruine in warmes Licht getaucht werden und der Duft von winterlichen Spezialitäten durch das Städtle zieht, dann ist Burgweihnachtszeit.

Am zweiten Adventswochenende lädt die Stadt bereits zum 13. Mal zu einem der stimmungsvollsten Weihnachtsmärkte der Region ein – ein Fest, dessen Ursprung eng mit Bürgermeister Markus Wendel verbunden ist.

 

Idee Früher, erinnert er sich, fand der Adventsmarkt im alten Thermalbad und im Kursaal statt. „Aber ein Adventsmarkt in Thermentemperaturen – das passte einfach nicht“, sagt er schmunzelnd. „Ich wollte etwas Authentischeres, etwas mit Atmosphäre.“ So entstand 2009 die Idee einer Burgweihnacht – und das Konzept zündete sofort. „Damals war ich noch ein frischer Bürgermeister, und wir wussten nicht, ob das laufen würde. Die Einheimischen waren zunächst etwas zurückhaltend.“ Doch dieser Zweifel verflog schnell. „Schon im ersten Jahr haben sich die Besucher durch die Gassen geschoben – und es hat geschneit. Das war wie ein Geschenk.“

Von Beginn an waren die lokalen Vereine starke Säulen des Festes. Zehn der insgesamt 42 Stände sind reine Essensstände – betrieben von jenen Vereinen, die schon 2009 als „Geburtshelfer“ dabei waren.

„Die haben damals den Mut gehabt, mitzugehen – und heute gehören sie einfach dazu“, sagt Wendel. Das Angebot reicht von herzhaften Klassikern bis zu feinen winterlichen Spezialitäten. Ergänzt wird das Ganze durch ein hochwertiges Sortiment vorweihnachtlicher Aussteller, das das Städtle in ein heimeliges, fast märchenhaftes Ambiente verwandelt. Der festlich geschmückte Burgturm mit frischem Tannengrün bildet dabei seit Jahren das visuelle Wahrzeichen der Veranstaltung.

Sicherheit Was das Publikum kaum wahrnimmt: Hinter den Kulissen ist ein ausgefeiltes Sicherheitskonzept im Einsatz. Feuerwehr, Security und Einfahrtsschutz sorgen dafür, dass die Besucher unbeschwert genießen können. „Das läuft alles im Hintergrund“, betont Wendel. „Das Besondere soll hier vorne spürbar sein. Diese Atmosphäre bekommt man sonst nirgendwo.“

Auch musikalische Höhepunkte

Die 13. Zavelsteiner Burgweihnacht lädt auch in diesem Jahr zu einem abwechslungsreichen und atmosphärischen Adventswochenende ein. Das Programm verbindet musikalische Höhepunkte, besinnliche Momente und traditionelle Elemente, die den Zauber der Vorweihnachtszeit auf der historischen Burgruine eindrucksvoll erlebbar machen.

Feierliche Eröffnung Am Samstag, 6. Dezember, wird das Weihnachtswochenende gemeinsam von Bürgermeister Markus Wendel und der Sängerabteilung des Schwarzwaldvereins Bad Teinach-Zavelstein um 14 Uhr feierlich eröffnet. Anschließend erfüllen um 14.30 Uhr lebendige Harfen- und Violinenklänge der Celtic Buskers die Mauern der Burgruine, bevor um 15 Uhr der Musikverein Bad Teinach-Zavelstein im Burgpavillon weihnachtliche Melodien anstimmt.

Nachtwächter ruft

Am frühen Abend folgen weitere Programmpunkte: Im Burggraben gibt es weihnachtlichen Geschichten am Lagerfeuer, erzählt vom EC Emberg. Ab 18 Uhr wird es rockiger, wenn „Doerty’s Dungeon“ im Burgpavillon aufspielt. Parallel lädt Pfarrer Thomas Moser ab 18.15 Uhr in die St.-Georgs-Kirche zur adventlichen Einstimmung ein. Musikalischer Höhepunkt des Abends ist das Konzert des Remigius Kammerchors aus Nagold ab 19 Uhr, das bei freiem Eintritt stattfindet – Spenden sind willkommen. Um 21 Uhr schließlich ruft der Nachtwächter zur Nachtruhe und beschließt den ersten Markttag.

Am Sonntag, 7. Dezember, beginnt der Tag um 10 Uhr mit einem Gottesdienst, bevor ab 11 Uhr die Burgweihnacht erneut öffnet. Den ganzen Tag über gibt es Stockbrot am Lagerfeuer, musikalische Harfenklänge von Gotthardt, weihnachtliche Bläsermusik mit dem Posaunenchor Altburg-Zavelstein sowie Geschichten am Lagerfeuer. Um 16 Uhr folgt das Adventskonzert des Jungen Kammerchors Böblingen.

Fackelwanderung Für ein besonderes adventliches Erlebnis sorgt ab 16.45 Uhr eine stimmungsvolle Fackelwanderung mit Bruno Ott vom Schwarzwaldverein Zavelstein. Sie startet am Marktplatz und ist auch für Kinderwagen geeignet. Um 19 Uhr beendet der Nachtwächter die Burgweihnacht traditionsgemäß mit seinem Ruf zur Nachtruhe – ein würdiger Abschluss eines atmosphärischen und vielseitigen Adventswochenendes.

Lebensgroße Figuren

Die 13. Burgweihnacht steht erneut unter dem Motto „Weihnachtsglanz & Lichterzauber“. Neben der liebevoll gestalteten Krippe mit ihren lebensgroßen Figuren prägen vor allem die musikalischen Beiträge das besondere Flair. Nach großem Zuspruch in den vergangenen Jahren sind 2025 der Remigius Kammerchor aus Nagold und der Junge Kammerchor Böblingen wieder dabei.

Wärmende Feuer

Auch der Nikolaus wird erwartet, der kleine Besucher überrascht. Das Museum im Rathaus ist geöffnet, und in der Schmiede sowie im Burggraben geht es heiß her, denn wärmende Feuer laden zum Verweilen ein.

Shuttle-Service Für alle Besucher steht an den beiden Festtagen ein praktischer Shuttle-Service bereit. Am Samstag, 6. Dezember, fährt der Shuttle von 16 bis 21.30 Uhr, am Sonntag, 7. Dezember, von 11 bis 19 Uhr. Die Haltestellen werden etwa alle 30 Minuten angefahren; leichte Verzögerungen sind möglich. „Bitte beachten Sie, dass zwischen 14 und 14.30 Uhr kein Shuttle fährt“, heißt es.

Darüber hinaus ist ein Rufauto verfügbar, das telefonisch unter 0172/9151871 erreichbar ist. Die Fahrpreise liegen je nach Entfernung zwischen 0,50 und ein Euro.