In einer Mappe werden die Leistungen der Sozialpreis-Teilnehmer gesammelt. Foto: Burgschule Haiterbach

Die Burgschule in Haiterbach stellt neben der Berufswegeplanung nun verstärkt die soziale Ausrichtung heraus. Ein Schwerpunkt bildet dabei der Sozialpreis in den Klassen 7 und 8.

Schule ist schon lange mehr als die reine Wissensvermittlung, wie sie frühere Generationen noch kennengelernt haben. Teilweise werden Dinge kompensiert, die an anderen Stellen zu kurz kommen, es werden aber auch bewusst Bereiche gestärkt, die neben dem Lehrstoff als wichtig angesehen werden.

 

„Wir wollen das Soziale in den Mittelpunkt rücken“, sagt Thomas Christ, kommissarischer Leiter der Burgschule. Deshalb gibt es an der Haiterbacher Bildungsstätte jetzt im zweiten Jahr den Sozialpreis, an dem sich Schüler der Klassen 7 und 8 beteiligen können.

Dessen Wirkung beschränkt sich dabei ganz bewusst nicht allein auf die Schule, sondern stellt den Kontakt zu Vereinen und Einrichtungen in Haiterbach her, in denen die Schüler sozial tätig werden.

Schule soll im Ort verankert sein

„Wir wollen die Schule auch im Ort verankern“, sagt Schulsozialarbeiter Nils Dickmann. Im Grunde geht es dabei auch um die Außenwahrnehmung, das Image. Die Burgschule sei nicht irgendeine Schule, sondern die Schule der Haiterbacher, unterstreicht Dickmann.

Ein gutes Image hat die Bildungsstätte seit Jahren bei den lokalen Unternehmen. Ein Aushängeschild sei so die Berufswegeplanung, die Schülern aufzeige, wie es nach der Schule mit einer Ausbildung weitergehe, erklärt Lehrer Alexander Mungai, der Mitglied des Leitungsteams der Burgschule ist.

Der Verkauf von Waffeln und Punsch bei einer städtischen Veranstaltung war jüngst Teil des Sozialpreises. Foto: Burgschule Haiterbach

Die Teilnahme am Sozialpreis ist eine bewusste, aktive Entscheidung der Schüler. Sie schreiben sich ein und erhalten eine Mappe, in der ihre Leistungen und Teilnahmen vermerkt werden.

Im Kern geht es um soziale Projekte, die in der Regel in der Freizeit stattfinden. Beispiele aus der bisherigen Praxis sind die Teilnahme an der Aktion „Deutschland singt und klingt“ am Tag der Deutschen Einheit auf dem Marktplatz, die Digitale Sprechstunde des Mehrgenerationenhauses, die Bewirtung beim U14-Turnier des TSV, der Schulsanitätsdienst, die Mitarbeit in der Schulmensa oder der Hausaufgabenbetreuung sowie auch das Vorlesen im Kindergarten.

Neue Kooperationen sind willkommen

Für neue Projekte und Kooperationen ist die Bildungsstätte dabei stets offen.

Dabei gehe es auch um Verantwortung, sagt Mungai. Die Schüler müssten selbst Termine vereinbaren – oder diese auch absagen, wenn etwas dazwischen komme. Klar, es seien Jugendliche, denen man dennoch etwas unter die Arme greifen müsse.

Ebenfalls in die Bewertung fließe das vorbildliche Verhalten im Schulalltag ein, erklärt Mungai. Denn nicht jeder, der am Sozialpreis teilnimmt, bekommt diese Auszeichnung am Ende auch. Es werden Punkte für die einzelnen Aktionen und geleisteten Stunden vergeben, die am Ende des Schuljahrs zusammengerechnet werden. 40 Stunden soziale Arbeit werden erwartet.

Zeugnisvermerk und Europa-Park-Besuch

Von 40 Schülern nehmen 20 am Sozialpreis teil. Das wird als gute Resonanz gesehen. Zwölf Schüler wurden beim ersten Durchgang im vergangenen Schuljahr letztlich mit dem Sozialpreis ausgezeichnet.

Der Preis für die Leistung der Schüler hat zwei Komponenten. Zum einen gibt es ein Vermerk im Zeugnis, der das soziale Engagement dokumentiert. Das, so ist Christ überzeugt, könne bei späteren Bewerbungen sicher ein nützlicher Aspekt sein.

Und dann gibt noch den Spaß: So durften die Sozialpreis-Gewinner vergangenes Jahr gemeinsam in den Europapark fahren. Finanziert wurde das von der Stadt Haiterbach, deren Wirken Christ betont: „Wir werden von der Stadtverwaltung hervorragend unterstützt.“

Schüler lernen: Ich bin wertvoll

Und letztlich gibt es noch eine Wirkung des Sozialpreises, der sich nicht schriftlich oder materiell zeigt, aber manch Schüler persönlich voranbringt. Insbesondere wenn es sich vielleicht um zurückhaltende Schüler handle, können diese daran wachsen, Sicherheit gewinnen.

Die direkte positive Wirkung stellt auch Dickmann heraus. Der Sozialpreis vermittle den Jugendlichen auch, dass sie etwas Wertvolles leisteten und dass sie selbst wertvoll seien. Das sei eine wichtige Erfahrung, die sie im weiteren Leben begleite.