Eine Kanone hat die Bug Husen schon. Jetzt kommt eine kleinere dazu, die vor allem bei "Burgerleben" zum Einsatz kommen soll. Foto: privat

Eine Kanone hat die Burg Husen schon. Jetzt soll eine zweite Burg-Erleben bereichern. Jürgen Clever alias Graf Heinrich VI hat sie selbst gebaut.

Hausach - Bei der Fasent markiert ihr Donnern den Beginn des Großen Umzugs und auch bei anderen Großereignissen gehören Kanonenschüsse von der Burg Husen dazu. Nun bekommt die große Kanone eine kleine Schwester: Jürgen Clever hat eine zweite, leichtere Kanone gebaut, die vor allem bei Burgerleben zum Einsatz kommen soll.

"Ich liebäugele schon lange mit einer historischen, optisch zur anderen passenden Kanone", berichtet Jürgen ›Mäx" Clever, der bei Burgerleben Graf Heinrich VI mimt und in dieser Rolle zusammen mit seinem Team den Besuchern der Veranstaltung das Mittelalter näher bringen.

"Burg, Mittelalter und Kanone, das passt schon irgendwie"

Ihm sei zwar bewusst, dass Kanonen historisch gesehen nicht ins Mittelalter gehören, denn die Einführung der Kanonen markierte das Ende der Burgenanlagen. "Graf Heinrich wird bei Burgerleben also über etwas informieren, vom dem er eigentlich gar nichts wissen konnte", mein Clever lachend. "Aber Burg, Mittelalter und Kanone, das passt schon irgendwie." Schwarzpulver und seine Wirkungsweise könne man auch bestens dem Publikum zeigen. Nur einen wirklich Kanonenschuss könne man natürlich nicht abfeuern. "Zu laut, zu gefährlich", so Clever. Nichtsdestotrotz habe er sich über den Kauf einer Kanone informiert, aber schon bald festgestellt, dass eine solche unbezahlbar wäre. Der Bau einer richtigen, gegossenen Kanone hingegen ein "unglaublicher Akt" geworden, zumal diese dann alle paar Jahre professionell auf Sicherheit und Funktionstüchtigkeit geprüft werden müsste.

Per Zufall sah Clever im Baumarkt dann aber ein PVC-Rohr, das sich perfekt für den Bau einer Leichtvariante eignen würde. "Ich habe mich dann schlau gemacht, mir Bilder besorgt, ein paar Filmchen angeschaut und dann peu a peu angeeignet, was ich wissen musste. Über den Winter hatte ich ja genug Zeit. Dann wurden an das Rohr verschiedene Teile dran gemacht und einiges so gemacht, dass es absolut echt aussieht", berichtet Clever. Eine Kugel könne man mit der Kanone allerdings nicht abfeuern; was aus ihr rauskommen wird, soll eine Überraschung sein. "Es geht nur darum, zu zeigen, wie eine Kanone funktioniert", fasst Clever zusammen. Der hölzerne Unterbau der Kanone, die Lafette, schreinerte ein Bauhofmitarbeiter aus passenden Holz zusammen.

Ohne Schießpulver funktioniert Kanone nicht

Ohne Schießpulver funktioniert eine Kanone aber nicht. Das Team nutzt dafür Schwarzpulver-Tape aus der Pyrotechnik. "Wenn man das verdichtet, kann es nicht nur abbrennen, sondern explodieren lassen. Das kann man mit Pyrotechnik gut darstellen." Echtes Schwarzpulver könne nicht verwendet werden, denn dann wäre mehr als ein Kilogramm nötig.

Clever hofft, dass die Kanone bei Burgerleben bald zum Einsatz kommen kann. Er ist optimistisch. Bereits im vergangenen Jahr habe das Team ein Hygienekonzept aufgestellt, bei dem Akteure und Besucher strikt getrennt wurden. "Das steht und kann verwendet werden", so Clever.

Die Kanone soll nur bei Burgerleben und beim Sommerferienprogramm auf die Burg gebracht werden. Sie soll dort nicht dauerhaft stehen. "Sie ist so leicht, dass sie von zwei Männern problemlos getragen werden kann", erklärt Jürgen Clever. Und das Werk soll weder gestohlen werden noch Opfer von Vandalen werden. ­

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