Kein Durchkommen: Die Zufahrten zur Burg Hohenzollern sind geschlossen. Foto: Gern

Burgverwalterin Anja Hoppe hatte gehofft: Ab April sollten wieder Besucher auf die Burg Hohenzollern strömen, wenn auch in begrenzter Zahl – dank Hygienekonzept und allerlei Vorbereitungen. Doch: Daraus wird wegen hoher Inzidenzwerte wohl nichts.

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Bisingen - Die Parkplätze an der Burg sind bei schönem Wetter belegt. Einen Blick auf die Anlage erhaschen, auf den Wegen rund um den Hohenzollern wandeln, das ist und bleibt auch bei geschlossener Burg möglich. Doch Hoppe hätte sich mehr gewünscht. Für den 1. April war die Öffnung geplant. "Allerdings kann man sich bei den jetzigen Inzidenzzahlen in etwa ausrechnen, wo wir dann stehen werden." Bei einer Inzidenz unter 100 dürfen Museen nach vorheriger Terminbuchung und Dokumentation der Kontaktdaten geöffnet werden. Liegt die Inzidenz bei mehr als 100, bleiben sie geschlossen. Planen lässt sich demnach nicht.

Burg ist am Limit

Hoppe betont allerdings, dass schon zuvor feststand: "Es wäre betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen, für wenige Tage zu öffnen, um gleich wieder schließen zu müssen." Bleibt die Burg Hohenzollern den gesamten April geschlossen, "sind wir zehn Monate ohne jeglichen Erwerb, wir sind am Limit. Welches Unternehmen soll das schaffen?"

Die laufenden Kosten sind immens. 60.000 bis 80.000 Euro müssen pro Monat berappt werden für Wasserfilteranlage, Wächter, Schneeräumdienst – und damit pickt Hoppe nur einige wenige Posten heraus. 75 Festangestellte hat die Burg, 70 davon in Kurzarbeit, vier, manchmal fünf Mitarbeiter sind derzeit im vollen Einsatz. "Immerhin kamen die November- und Dezember-Hilfen Ende Februar", sagt Hoppe über die Unterstützung vom Bund und kann sich ein bitteres Lachen nicht verkneifen. Damit können die wegbrechenden Einnahmen zumindest ein wenig abgefedert werden.

"Wir planen gar keine Veranstaltungen dieses Jahr"

Die Burg ist Freizeiteinrichtung, Museum, sie bietet Gastronomie und Einzelhandel. "Wir sind in jeglicher Hinsicht geschlossen", sagt Hoppe. Auch das Frühlingserwachen wurde für dieses Jahr abgesagt. Wo sonst mehrere Lastwagen voller Blumen angeliefert werden, wo riesige Eier mit Tausenden Blüten geschmückt werden, wo die Festsäle erblühen, ist dieses Osterfest: nichts. "Auch Außengastronomie ist nicht in Sicht", stellt sie fest. Die Gäste anreisen zu lassen, nicht verpflegen zu können – undenkbar.

Hoppe geht noch weiter: "Wir planen gar keine Veranstaltungen dieses Jahr." Lediglich die schon 2020 verschobenen Hochzeiten "schieben und schieben wir". 20 bis 30 sind für 2021 geplant, neue werden nicht angenommen.

Nun richtet sich alle Hoffnung auf den 1. Mai: "Wir haben Online-Ticketing, Wegeführung, Abstandshaltung", berichtet die Burgverwalterin. Das Ticketportal wird allerdings erst wenige Tage vor der Öffnung starten. Denn wann es wirklich so weit kommt, lässt sich heute nicht abschätzen. "Ich muss zugeben, ich bin ein bisschen mutlos geworden", sagt Hoppe. In einem Jahr mit Coronamaßnahmen habe man sich an Masken, an Abstand gewöhnt, daran, dass vieles geschlossen hat. "Vielleicht weiß irgendwann niemand mehr, wie schön es auf der Burg ist – nicht, dass die Leute sich das noch abgewöhnen."