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Burg Hohenzollern Die neue Waldkönigin Johanna Eich ist gekrönt

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Gemäß der Tradition wurde Johanna Eich von ihrer Amtsvorgängerin Ramona Rauch mit der Übergabe von Zepter und Krone inthronisiert. Foto: Kauffmann

Bisingen - Ein besseres Ambiente für eine Krönung gibt es wohl kaum: Die Blütenpracht der großen Ostereier, das Sandsteingemäuer, der Fahnenturm im Hintergrund und davor lacht die neue Waldkönigin Baden-Württembergs in die unermüdlich klackernden Kameras der Fotografen. Kurz zuvor wird die 22-Jährige im Berliner Zimmer gekrönt. Jetzt spricht die gelernte Forstwirtin und angehende Studentin der Forstwirtschaft aus Sulzfeld im Kraichgau über ihre Ziele: "Ich will den Menschen vor Augen führen, dass sie mit dem Wald bewusster umgehen." Schließlich könne dazu jeder seinen Teil beitragen. Zum Beispiel, wenn es darum geht, den Wald frei von Abfall zu halten.Dass Johanna Eich die neue Waldkönigin wird, hat sie Ende 2018 erfahren.

Eich: "Ich habe es erst gar nicht fassen können, ich bin überglücklich gewesen." Und das lässt sie sich am Dienstag auch ansehen: Unentwegt lächelt sie an diesem sonnigen Nachmittag in die Kameras, in diesen Stunden ist sie der Star auf dem Stammsitz des preußischen Königshauses und der Fürsten von Hohenzollern. Ob sie von dem ganzen Lachen, Lächeln, Posieren nicht müde wird? "Ich merke es schon in den Backen, aber es macht so viel Spaß", sagt sie – und lacht weiter.

Auserkoren wurde sie von der Forstkammer Baden-Württemberg, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wälder und dem Verein der Waldarbeitsmeisterschaften. Die Krone aufs Haupt hat ihr, so will es die Tradition, die Amtsvorgängerin Ramona Rauch aus Rosenfeld (Zollernalbkreis) gesetzt. Auch das Zepter hat die 27-Jährige abgegeben. Zwei Jahre hat sie für die Wald- und Forstwirtschaft des Landes Baden-Württemberg geworben. Nun ist Johanna Eich die neue Herrin über gut 1.368.800 Hektar Wald des Südwestens.

Fürst von Hohenzollern: Wald soll ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken

"Früher wurden Könige gekrönt, heute sind des Waldköniginnen", sagt Seine Hoheit Karl-Friedrich Fürst von Hohenzollern – der im Übrigen einer der größten Waldbesitzer Deutschlands ist – zum Auftakt seiner Rede zur Krönung. Seine Hoheit weiter: "Wir können nicht genug dafür tun, dass der Wald ins Bewusstsein der Bevölkerung rückt." Wald diene nicht nur der Erholung, sondern müsse teils aufwendig gepflegt werden. Dieses Thema mit der schmucken Waldkönigin ins Bewusstsein zu rücken, sei daher "genau richtig".Ein Argument, das auch Friedlinde Gurr-Hirsch (CDU), Parlamentarische Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum, betont: "Dafür muss man die Menschen sensibilisieren."

Mit Blick auf die Fridays-For-Future-Proteste stellt sie klar: "Ich freue mich, dass die Menschen auf die Straße gehen", aber es bringe nichts, mit dem Finger nur auf andere zu zeigen und nicht bei sich selbst mit dem Klimaschutz anzufangen. Es gebe "so viele" Bereiche, in denen jeder selbst etwas gegen den Klimawandel tun könne. Das Verhalten mancher Waldbesucher bezeichnet sie als "übergriffig" und es sei nötig, mehr Wertschätzung für Pflege und Erhalt des Waldes zu schaffen. Und das lohne sich allemal: Der Wald sei ein "Genuss", eine "Seelenfreude", manche sprechen vom "Waldbaden", der Wald gehe "einfach ans Herz".

Neue Waldkönigin pflanzt Flatter-Ulme

Wie sehr der Wald ihr ans Herz geht, zeigt die nunmehr siebte Waldkönigin, Johanna Eich, gleich mit ihrer ersten Amtshandlung: Im neu eingerichteten "StammBaumwald" pflanzt sie nach den Krönungsfeierlichkeiten eine Flatter-Ulme, den Baum des Jahres 2019. Von diesen naturbelassenen Refugien gibt es in dieser Form neben dem am Zollerberg bisher nur ein weiteres in Inzighofen bei Sigmaringen.

Die Idee hinter dem "StammBaumwald" erklärt Raimund Friderichs, Forstchef Seiner Hoheit: "Warum sollte man nur in einen Wald kommen, um im Friedwald zu trauern? Warum sollte man nicht auch Freudenfeste feiern?" Schließlich gebe es ja genug Anlässe, Bäume zu pflanzen: Nachdem man einen Flugzeugabsturz überlebt hat, führt er als Beispiel an, bei einer Geburt oder Hochzeit – und natürlich: bei der Krönung der Waldkönigin Baden-Württembergs. Mit ihren hochhackigen Schuhen und dem maßgeschneiderten Kleid watet sie durchs Unterholz, nimmt das zarte Bäumchen, setzt es in das ausgehobene Erdloch – und lacht.

Ihre Redaktion vor Ort Hechingen

Klaus Stopper

Fax: 07471 9874-21

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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