Zahlreiche Zuschauer sorgten beim Open-Air-Theater in der Nagolder Burgruine für eine tolle Kulisse. Foto: Priestersbach

Der vom Nagolder Kinderbüro organisierte Theaternachmittag auf der Burgruine Hohennagold hat zahlreiche Familien angelockt. Das Tur Tur Theater aus Berlin präsentierte vor historischer Kulisse das Grimmsche Märchen von "Hans im Glück" in einer modernen und leichtfüßigen Interpretation.

Nagold - Zuvor musste allerdings der Bauhof auf dem Schlossberg anrücken, um die Hinterlassenschaften eines nächtlichen Gelages zu beseitigen. "Es war alles voller Flaschenbatterien, das muss ein großes Besäufnis gewesen sein", ärgerte sich Kinderbüro-Leiterin Anja Bulmer über die zugemüllte Burgruine. Doch nachdem der Bereitschaftsdienst des städtischen Bauhofes durch war, stand einem unterhaltsamen Theater-Nachmittag nichts mehr im Weg.

"Familien haben sich das verdient"

"Wir freuen uns einfach nur, dass wir ganz unkompliziert und bei freiem Eintritt ein Open-Air-Theater für die ganze Familie anbieten können", betonte Anja Bulmer – und fügte hinzu: "Nach der schweren Zeit haben sich die Familien das auch verdient".

Und mit dem Tur Tur Theater aus Berlin war dem Kinderbüro dank des persönlichen Kontakts von Anja und Julia Bulmer zu den Protagonisten ein echter Glücksgriff gelungen. Im ersten Lockdown hatten das Berliner Schauspielerpaar Sophie Ammann und Alexander Altomirianos unter dem Motto "Theater für alle, immer und überall" ihr Theaterprojekt gegründet. Seitdem sind sie bereits weit über 100 Mal in Innenhöfen, Parkanlagen, vor Balkonen aber auch auf Festivals und Märkten aufgetreten - und sie begeistern Menschen aller Altersklassen mit einer Mischung aus Witz, Gesang, Pantomime, Spielfreude und Leichtigkeit.

Bei ihrem ersten Gastspiel im Schwarzwald gastierten sie in der vergangenen Woche unter anderem bei der Lebenshilfe in Nagold oder beim Vollmaringer Kindergarten. "Das hat sich zu einem richtigen Selbstläufer entwickelt", machte Alexander Altomirianos am Rande des Auftritts auf dem Schlossberg deutlich. Er war zugleich begeistert von der historischen Kulisse. Lob gab es zudem für die super Organisation des Kinderbüros.

Hans lässt sich Unbeschwertheit nicht nehmen

Schnell füllten sich an Himmelfahrt die Reihen auf dem Schlossberg, und es mussten immer wieder zusätzliche Bänke aufgestellt werden. Gespielt wurde Hans, der nach sieben Jahren Arbeit mit einem Klumpen Gold nach Hause zurückkehren will, von Sophie Ammann - während Alexander Altomirianos auf dem Weg in verschiedene Rollen schlüpfte. Trotz vieler offensichtlich schlechter Tauschgeschäfte auf dem Heimweg lässt sich Hans seine Unbeschwertheit und Lebensfreude nicht verderben, und singt immer wieder "eines kann mir keiner nehmen – und das ist die pure Lust am Leben". In der lebensbejahenden Inszenierung für die ganze Familie kamen Jung und Alt auf ihre Kosten. "Ich bin glücklich und fühle mich wohl an meinem Lieblingsort", lautete das Fazit von Anja Bulmer.