Im großen Finale verabschiedeten sich nochmals alle Mitwirkenden von der Musikerfasnet in Boll. Foto: Christian Steinhilber

Nach über 50 Jahren präsentierte der Musikverein Boll einen letzten, überaus gelungenen Bunten Abend.

Es war noch ein letzter, großer Verabschiedungsabend vom Publikum, der Moderation und von bekannten, wie beliebten Figuren, Akteurinnen und Akteuren. Am Samstag veranstaltete der Musikverein Boll nach über 50 Jahren seinen letzten Bunten Abend und Fasnetsball. Diesen rundete aber ein umso gelungeneres Programm ab. Den schwungvollen Auftakt bescherten der gut gefüllten Festhalle dabei die Schnorchel-Huaschter. Mit allerbester Fasnetsmusik direkt vom Instrument rissen sie die Gäste von den Stühlen und mit zum Schunkeln und Singen.​

 

Die Anmoderation dafür und den ganzen Abend lieferten wieder Lisa Straub und Monja Bieger, die in diesem Job inzwischen „Profiduo“ genannt werden dürfen. „Heulen, aber nur vor Lachen“, gaben sie als Devise für den Abschiedsabend aus.

Damit das gelingt, gab’s auch ein Wiedersehen mit Thorsten Demer und Hubert Keller. Die wussten Rat und Tat bei Einsparmaßnahmen für Stadt, Kirche und örtliche Vereine. So wurde der Elferrat flugs auf zwei Mitglieder – sie selbst – reduziert. Klar, wem da also der Narrenorden verliehen und über wen herzlich gelacht wurde.

Ihre Albträume verarbeiteten Armin Buckenmaier und Roland Huber in einer „Musiktherapie“, die zum Mitmachen animierte. „Ich will nach Boll, in den schönsten Ort der Erde“, passt rhythmisch aber auch zu gut auf die Zeilen von „Griechischer Wein“.

Von Legolas zum Gollum

Einen letzten Ausflug unternahmen Marie und Eugen (gesprochen: „Eigeen“) alias Annette Wolf und Kuno Löffler als oft erlebtes und für ihren Geschmack zu lang verheiratetem Ehepaar. Und auch im Kino ließen die beiden wieder mit viel Humor und trockenen Sprüchen kein gutes Haar aneinander, am Paarsein generell und ihrer Erzfeindin, der Britt.

Die KI hatte entschieden, denn sie seien die Besten und gehören einfach ins Programm. Auch die alljährlich auftretende Fasnetskapelle verabschiedete sich unter Leitung von Stephan Herrmann vom Bunten Abend.

Die Recken treten ab

Faule Ausreden, dumme Sprüche und viel Potenzial für Missgeschicke: In zwei Sketchrunden und mit viel Liebe zum humoristischen Detail präsentierten Sebastian Mayer, Niklas Hoch und Joey Felger, dass auf einer Baustelle eben schiefgeht, was nur schiefgehen kann. Sehr zum Gefallen des lauthals lachenden Publikums, waren die tiefe Baugrube und das Dixie-Klo Dreh- und Angelpunkte bei den „Baufachkräften“.

Bänkelsänger Martin Hahn besang die gute Nachbarschaft im Hohenzollerischen. Die Showtänzerinnen der „Best Harmony“ von der Narrhalla Boll entführten in ihrem Gastspiel in den Wald und feuerten die Stimmung nochmals so richtig an.

„Wer it guad duad, flugt naus!“

Sein Leid über sein Schaffen als „Hausmeister der Halle“ klagte Ludwig Schäfer. „Wer it guad duad, flugt naus!“, könnte er das nur auch über den Bürokratismuswahnsinn behaupten. Mit Geschichten von früher, beispielsweise der, keine Büttenrede mehr vorzutragen, weil die eine, vor 45 Jahren vorgetragene, nicht ankam, verabschiedete sich mit dieser Nummer ebenfalls ein beliebter Recke von der Bühne am Bunten Abend des Musikvereins. So wie im großen Finale dann alle Akteure des Abends, zu dem die gesamte Kapelle nochmals stimmig aufspielte. Hier soll auch erwähnt sein, dass die genialen Karottenkostüme des Musikvereins nochmal ihren Auftritt bekamen.

Gelungener Abschied des Bunten Abends

Vor allem aber, dass mit diesem Abend nochmal ein würdiger und gelungener Rahmen für den Abschied des Bunten Abends des Musikvereins gelungen ist. Und so endete Armin Buckenmaier, einer der Vorsitzenden des Musikvereins, einzig richtig, mit einem großen und herzlichen Danke: an alle Akteurinnen und Akteure, Mitwirkende und Helfer auf und hinter der Bühne, in Küche und an der Theke, die den Bunten Abend initiiert und solange lebendig gehalten haben. Das Publikum gab den Dank mit begeistertem und stehendem Beifall zurückgab. Und so endete das Programm mit einem letzten Lied.

Die anschließende „Abschiedsfeier“ schmiss dann „DJ Kaktus“, der einlud, noch einmal das Tanzbein auf der Bühne zu schwingen oder noch lange in der Bar und Halle zusammen mit dem Musikverein zu feiern.