An der Unterführung am Friesenheimer Bahnhof ist in zwei Wochen ein einzigartiges Kunstwerk entstanden, das allen Passanten ein positives Heimatgefühl schenken soll. In Auftrag gegeben hatte dies die Gemeinde an den Grafikdesigner Luca Blank.
Es war der Jugendclub der Gemeinde Friesenheim, der den Stein für Verbesserungen und Verschönerung am Bahnhof ins Rollen gebracht hat. Mitglieder im Jugendclub hatten die Idee, die seit Jahrzehnten eher verschmierte Unterführung am Bahnhof mit einer Graffiti-Kunst dauerhaft zu verschönern. Auf die Ausschreibung meldete sich Luca Blank aus Oberweier. Sein Opa Reinhard Blank hatte den Aufruf gelesen und sofort gewusst: „Luca ist der Richtige für dieses Projekt.“ Sofort habe Luca Blank Entwürfe eingereicht, die dem Gremium des Jugendclubs sehr gut gefallen hatten.
Aber sämtliche Entwürfe musste auch von der Konzernzentrale der Deutschen Bahn abgesegnet werden.
Der erste Entwurf wurde von der Deutschen Bahn nicht bewilligt
Ein erster Entwurf von Luca Blank, der auch besprühte Züge auf der Wand gezeigt hätte, wurde mit der Begründung abgelehnt: Man wolle nicht zum Besprühen motivieren. Der zweite Anlauf hat dann aber geklappt und zeigt jetzt eine Panoramaaufnahme auf der Südseite mit historischem Fachwerkhaus, Friesenheimer Rathaus, Evangelische Kirche, Klosterkirche Schuttern, Ortsverwaltung Schuttern sowie das ehemalige Gasthaus Prinzen in Schuttern. Dazwischen drängt sich ein Bahnbeamter mit historischem Gewand und Pfeife. Die Nordseite bildet den Bahnhof von Friesenheim mit ebenfalls historischem Bahnhofsgebäude sowie mit Haltestellen und einfahrendem Zug und angrenzender Werkstatt ab.
Bilder, die den Reisenden farbenfroh willkommen heißen sowie den Menschen, die die Unterführung mit dem Fahrrad oder zu Fuß passieren, einen Hauch Vertrautheit vermitteln.
Friesenheims Bürgermeister Erik Weide freute sich über das „mega gelungene Ergebnis“ und war voll des Lobes. Von der Deutschen Bahn ist zur offiziellen Übergabe des fertigen Graffiti-Werks als Vertreter Rolf Band gekommen, der 200 Bahnhöfe unter seiner Aufsicht hat. Von Anfang an habe die Deutsche Bahn dieses Projekt positiv begleitet, betonte Band.
Begleitet wurde das Graffiti-Projekt von zwei Studentinnen
Dass es sich bei der Unterführung tatsächlich um einen Gemeindeverbindungsweg handelt, war an diesem Morgen eine neue Erkenntnis für Bürgermeister Weide. So steht der Unterhalt dieses Weges, nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetzes, der Gemeinde anheim. Gemeinden werden als Baulastträger in die Finanzierung einbezogen. Ungehört blieb so auch der Wunsch von Bürgermeister Weide nach neuen Lampen an der Unterführung. Diese ließen sich zwar anbringen, aber wenn, dann mit Mittel der Gemeinde Friesenheim.
Band ließ dennoch den Aufgang zu den Zügen streichen sowie den Handlauf lackieren. Insgesamt wurde beides zwei Mal gestrichen, weil nach dem ersten Mal wieder „Schmierfinken“ am Werk waren. Umso mehr hoffen jetzt alle Beteiligten, dass die Graffiti-Kunst von Luca Blank unbeschadet bleibt.
Begleitet wurde das Graffiti-Projekt von den beiden Studentinnen Jessica Kauz und Evelyn Haase im Rahmen einer Arbeit für ihr Studium für Soziale Arbeit. „Aber ohne die Mithilfe des Jugendbüros und Mitgliedern des Jugendclubs wären wir nicht so weit gekommen“, betonte Kauz, die auch im Jugendbüro mitarbeitet.
Für die Arbeiten sind Kosten in Höhe von 1600 Euro bei der Gemeinde angefallen. Gemeinderätin Simone Buttenmüller hat weiterhin Farben im Wert von 300 Euro gespendet. „Wir haben schon mehr Geld mit weniger Wirkung ausgegeben“, erklärte Bürgermeister Weide.
Ablauf
Im Mai 2023 erhielt Luca Blank den Auftrag für die Gestaltung der Unterführung am Bahnhof über den Jugendclub. Seit November 2023 liegt die Zusage für den Entwurf von der Deutschen Bahn vor. Abgewartet werden musste eine lange Schönwetterperiode. Nägel mit Köpfen wurden Mitte Juni gemacht.