Der Marktplatz in Hechingen soll autofrei werden. Foto: Stadt Hechingen

Das Bunte Forum startet mit einem Rück- und Ausblick ins neue kommunalpolitische Jahr 2026.

Das Bunte Forum – die Versammlung der Sympathisanten und Gemeinderäte der Hechinger Bunten Liste – hat sich zum ersten Mal im neuen Jahr getroffen. Zunächst wurde Rückschau gehalten.

 

Eine wichtige Veranstaltung 2025 war die Podiumsdiskussion zum Thema Inklusion mit dem TSV Stetten, DownTown und Ratzgiwatz. Auf die Presseberichterstattung, in der der Zollernalbkreis unter anderem pointiert als „Inklusionswüste“ bezeichnet worden war, reagierte das hiesige Landratsamt und übersandte Informationen und Übersichten, zum Beispiel einen „Verfahrenswegweiser“. Die Bunte Liste möchte an diesem Thema dranbleiben.​

Noch nicht lange zurückliegt die Kundgebung des Hechinger Bündnisses für Demokratie und Menschenrechte, in dem die Bunte Liste aktiv mitarbeitet. Sie fand anlässlich des Landesparteitages der AfD statt. „Es wäre blamabel gewesen, wenn es diese Veranstaltung nicht gegeben hätte und man den Rechtsextremen die Stadt einfach überlassen hätte“, so die Teilnehmer des Bunten Forums.​

Auf dem Geschichtslehrpfad

Auch im ersten Halbjahr 2026 hat die Bunte Liste einiges vor. Am 14. Februar wird es eine Führung mit Frau Muth vom Gedenkstättenverein KZ Bisingen auf dem Geschichtslehrpfad geben. Angedacht ist, dass dieses Format im Laufe des Jahres an regionalen Gedenkstätten wiederholt wird.​

Wie in den Vorjahren will die Bunte Liste die Sichtbarmachung des ehrenamtlichen Engagements im sozialen Bereich der Stadt durch Besuche fortsetzen.​

Das Thema Mobilität steht im Mittelpunkt einer weiteren Veranstaltung im Sommer. Bei einer gemeinsamen Ausfahrt mit dem Zug von Hechingen nach Gammertingen soll beispielhaft konkretisiert werden, wie das Konzept der Regionalstadtbahn vorangeht – oder stagniert. Zugleich können auch die nicht immer positiven Erfahrungen mit dem Bahnfahren ausgetauscht werden. Möglicherweise wird im Gespräch mit Fachleuten auch klarer, womit die zahlreichen Probleme mit dem Thema Pünktlichkeit zusammenhängen.​

Im Kontext der Bahndiskussion kam auch das Thema des Hechinger Busbetriebs zur Sprache. Hier entstehen immer wieder Probleme, etwa wegen Bahnverspätungen, da die Busse nicht einfach warten können. Es wurde die Frage gestellt, wann das vor einigen Jahren eingeführte Buskonzept überprüft wird. ​

Ein weiterer Themenkomplex bezog sich auf die Situation älterer Menschen in Hechingen. Diskutiert wurde die Idee, den 1. Oktober – den „Tag der älteren Menschen“ – zum Anlass zu nehmen, um eine Bestandsaufnahme der Angebote, Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten in Hechingen anzuregen.​

Unter dem Thema „Willkommenskultur“ für Neubürger wurde die Fragestellung diskutiert, wie Informationen über die Stadt, über wichtige Dienste und ehrenamtliche Akteure wie Vereine eigentlich zugänglich sind. Ein interessanter Aspekt dabei ist, dass sich im Zeitalter von KI neue Möglichkeiten eröffnen. Am wichtigsten – darin war man sich einig – bleiben neben allen technischen Aspekten die sozialen Begegnungsmöglichkeiten, etwa auf Festen oder bei gemeinsamen Vereinsaktivitäten.​

Berichtet wurde bei dem Treffen auch über die aktuelle Gemeinderatsarbeit. Dass sich der Marktplatz nach jahrelangen Anläufen autofrei zum Bürgerplatz entwickeln darf, wurde als sensationell bezeichnet. Von Mai bis September soll ein möblierter Marktplatz bespielt werden. Vielfältige Veranstaltungen und Außencafés sollen die Bürger zum Verweilen und Schwätzen einladen. Danach wird unter breiter Bürgerbeteiligung ausgewertet, um Verbesserungen aufzunehmen. Allen war klar, es braucht Pragmatismus, Mut zur Veränderung und natürlich das liebe Geld. ​

Das Bunte Forum zeigte sich angetan von dem interessanten Probelauf und von der Belebungswirkung überzeugt.