Jonas Schlenker gehört zu Deutschlands klügsten Schülern im Fach Mathematik: Beim Bundeswettbewerb hat er den erste Preis in der zweiten Runde erlangt. Foto: Schlenker

Jonas Schlenker aus Unterdigisheim ist ein echtes Käpsele. Der 17-Jährige Gymnasiast hat als Beste die zweite Runde des Bundeswettbewerbes Mathematik gewonnen.

Meßstetten - Der Schüler des Gymnasiums Meßstettens gehört zu den Besten auf dem Gebiet der Zahlen: Beim Bundeswettbewerb Mathematik hat der 17-Jährige die Höchstpunktzahl erreicht und somit den ersten Preis in der zweiten Runde gewonnen. Dies bringt neben 200 Euro Preisgeld auch eine Einladung zur dritten und letzten Runde des Wettbewerbs mit sich: In einem einstündigen Fachgespräch über mathematisches Allgemeinwissen misst sich der Unterdigisheimer mit den anderen Siegern der zweiten Runde. Eigentlich hätte das Gespräch am 7. und 8. Februar in Bonn stattgefunden, doch aufgrund der Coronapandemie wurde es in den virtuellen Raum verlegt. "Ich wäre schon gerne nach Bonn gefahren", sagt Schlenker, doch hinsichtlich der Tatsache, dass sich das nicht ändern lässt, nehme er das so hin.

Um die Ecke denken statt klassisches Rechnen

Auf den Wettbewerb wurde er durch seine Mathelehrerin aufmerksam, welche die Aufgaben der ersten Runde zur Bearbeitung mitgebracht hatte. Aus Neugier löste er die erste Aufgabe: "Die war recht einfach und dann hab ich den Rest auch noch gemacht", sagt er. Die Teilnehmer mussten drei von vier Aufgaben lösen und per Post einreichen. In der zweiten Runde steigerte sich die Schwierigkeit und es mussten alle vier Fragestellungen bearbeitet werden. Pro Runde hatten die Teilnehmer drei Monate für die Bearbeitung Zeit. Ein Beispiel: "In einer Aufgabe gab es 2021 Schüler an einer Schule. Jeder Schüler kennt 45 weitere Schüler. Jeweils vier Schüler sollen so an einen Tisch gesetzt werden, dass jeder seinen Nachbarn kennt", erzählt Schlenker. Mit klassischem Rechnen komme man da nicht weit; stattdessen gehe es vielmehr darum, um die Ecke zu denken, betont Schlenker. "Es hilft, eine Begeisterung für’s Fach zu haben – vor allem, wenn man Stunden über einer Aufgabe brütet und nicht weiterkommt."

Leichtsinnsfehler passieren

An Begeisterung mangelt es ihm nicht: Er sei nie schlecht in Mathe gewesen – Leichtsinnsfehler passieren allerdings auch ihm ab und zu. Für die einen ist Mathematik das Hassfach, für Jonas Schlenker hingegen ist es das liebste. Besonders mag er die Präzision des Fachs: sobald man eine Lösung gefunden hat, gebe es daran nichts mehr zu rütteln. Den kreativen Aspekt im Rechnen entdeckte Schlenker in der neunten Klasse beim Landeswettbewerb Mathematik im Jahr 2018: "Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich drangeblieben bin", sagt er.

Die Teilnahme am Bundeswettbewerb war für den Schüler allerdings die letzte: Da im Frühjahr die Abiturprüfungen anstehen, wird er bei der Runde 2022 nicht mehr teilnehmen.

Was dann kommt? Das weiß der Abiturient noch nicht. Er könne sich aber vorstellen sein weiteres Berufsleben mit Zahlen zu verbringen und beispielsweise Informatik zu studieren.