Schulbesuche von Bundeswehrsoldaten werden immer wieder kontrovers diskutiert. Aber verboten sind sie auch in Baden-Württemberg nicht. Was erlaubt ist und was nicht.
Seit Beginn des Ukrainekriegs ist das Interesse an Informationsangeboten der Bundeswehr in Baden-Württembergs Schulen gestiegen. Das haben das Kultusministerium in Stuttgart und das Landeskommando der Bundeswehr mitgeteilt. Im Schuljahr 2021/22 hat es 717 Veranstaltungen mit Jugendoffizieren der Bundeswehr an Schulen im Südwesten gegeben. „Der Besuch von Jugendoffizieren an Schulen im Land ist seit langer Zeit gängige Praxis“, betont Kultusministerin Theresa Schopper.
Irrtümlich ist in einem Interview der Wehrbeauftragten Eva Högl der Eindruck entstanden, Schulbesuche von Soldaten seien im Südwesten verboten. Verboten ist laut einer Kooperationsvereinbarung, die der Ex-Kultusminister Andreas Stoch (SPD) 2014 geschlossen hat, jedoch nur, dass Soldaten bei Schulbesuchen einseitig für die Truppe werben. Dies entspricht laut dem Pressesprecher des Landeskommandos nicht nur der Vereinbarung, sondern auch internen Vorgaben der Truppe. „Das Werben um Nachwuchs ist Jugendoffizieren untersagt. Dafür sind Karriereberater zuständig.“