Nach der Rückkehr der Soldaten aus Mali endet nicht das Zeitalter der Auslandseinsätze. Abschreckung gegen Russland und Krisenmanagement – die Bundeswehr muss auf beides vorbereitet sein, meint Hauptstadtkorrespondent Tobias Heimbach.
Am Freitag war es soweit: Der letzte Militärtransporter A400M der Bundeswehr landete auf dem Stützpunkt im niedersächsischen Wunstorf und brachte die verbliebenen Soldaten von ihrem Auslandseinsatz in Mali zurück nach Deutschland. Das Bundeswehrorchester spielte, Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) begrüßte die Soldaten persönlich. Damit ist die Mission nun wirklich beendet.
Zehn Jahre dauerte der Einsatz in dem westafrikanischen Land. Was bleibt davon? Die Bundeswehr sollte den Frieden sichern, den fragilen Staat unterstützen und die malische Armee ausbilden. Dabei gab es zwischenzeitlich Fortschritte, aber ein Erfolg war der Einsatz nie. Nachdem sich Militärs in Mali an die Macht putschten und die Nähe Moskaus suchten, war es ohnehin Zeit zu gehen. Wird der Auslandseinsatz in Mali die letzte Mission dieser Art gewesen sein?
Als die Bundeswehr 2013 nach Mali aufbrach, lebten wir noch in einer anderen Epoche. Damals hatte Russland die Krim noch nicht besetzt. Heute gibt es wieder Krieg in Europa. Damit ändert sich auch der Fokus der Bundeswehr. Nicht mehr Auslandseinsätze stehen im Mittelpunkt, sondern die Landes- und Bündnisverteidigung.
Die Bundeswehr muss mehr können als vor zehn Jahren
Doch man sollte nicht davon ausgehen, dass die Ära der Auslandseinsätze damit beendet ist. Die Welt ist unsicherer geworden, Krisen können schnell ausbrechen. Und besonders was in Afrika passiert, hat Auswirkungen auf uns in Europa. Wenn ein Eingreifen der internationalen Gemeinschaft notwendig wird, muss auch Deutschland weiter seinen Beitrag dazu leisten.
Das ist eine weitere große Herausforderung für die deutsche Sicherheitspolitik: Sie muss Abschreckung in Europa gegenüber Russland sicherstellen und im Ernstfall Verbündeten zu Hilfe kommen – aber auch für Auslandseinsätze wie in Mali bereitstehen. Die Bundeswehr muss beides können – heute noch mehr als vor zehn Jahren.