Sieben Jahre leitete Regierungsdirektor Andreas Lenz das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum (BwDLZ) Stetten a.k.M. Foto: Gerd Feuerstein

Nach fast 46 Jahren in Diensten der Bundeswehr geht für Regierungsdirektor Andreas Lenz ein ereignisreiches Berufsleben zu Ende. Zuletzt hat er sieben Jahre lang das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum (BwDLZ) in Stetten a.k.M geleitet.

Seit November 2017 hatte Andreas Lenz das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum (BwDLZ) am Standort Stetten a. k. M. geleitet – zunächst vier Monate lang kommissarisch, ehe ihm im März 2018 die Leitung der Dienststelle übertragen wurde. Das BwDLZ Stetten a.k.M. betreut und versorgt die Streitkräfte und Dienststellen im Süden von Baden-Württemberg.

 

Seinem Ruhestand sieht er eher mit Vorfreude entgegen: „Es ist für mich dennoch ein bedeutender Moment in meinem Leben und meiner Karriere. Er ruft einerseits Wehmut hervor, öffnet aber andererseits auch die Tür zu Neuem.“

„Ich wollte unbedingt zur Bundeswehr und Berufssoldat werden“

Die Tür zur Bundeswehr hatte er 1980 aus eigenem Antrieb geöffnet: „Ich wollte unbedingt zur Bundeswehr und Berufssoldat werden.“ Eine Offizierslaufbahn blieb ihm allerdings verwehrt, weswegen er sich für eine Ausbildung im gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst bewarb.

Vor Studienbeginn leistete er noch seinen 15-monatigen Wehrdienst ab. „Natürlich war auch damals schon der Wunsch da, vielleicht mal Leiter einer Standortverwaltung zu werden“, sagt er.

Dass es dahin kam, hat Lenz, wie er selbst sagt, seinem Personalführer zu verdanken, der ihn nach Stetten versetzte, wie auch seinen Führungskräften, die ihm die Möglichkeit gaben, beruflich zu wachsen und sich weiterzuentwickeln.

An Herausforderungen hat es dabei nicht gefehlt – bis zuletzt. Die Digitalisierung der Dienststelle, berichtet Lenz, habe „nicht erst seit Corona Fahrt aufgenommen“.

Allerdings komme der Faktor Mensch dabei gelegentlich zu kurz. An Mitarbeiter, die aufgrund ihres Alters nicht unbedingt für den Umgang mit der neuen Technik prädestiniert seien, würden hohe Erwartungen gerichtet, denen sie nicht gerecht werden könnten. „Eine Überforderung ist vorprogrammiert.“

Für das Betriebsklima war Corona alles andere als zuträglich

Auch die Personalgewinnung sei nicht immer einfach, auch und gerade im zivilen Sektor – das liege nicht zuletzt an der Ausschreibungsplattform der Bundeswehr, deren Layout den Eindruck vermittle, es würden nur militärische Stellen ausgeschrieben werden, obwohl auch Stellen im zivilen Bereich angeboten werden. Zudem überschreite die Dauer der Verfahren oft die Grenze des Zumutbaren.

Eine besondere Herausforderung war laut Lenz die Corona-Pandemie: Wegen fehlender IT hätten anfangs nur wenige ins Home-Office gehen können, einige Berufsgruppen seien ganz außen vor geblieben.

„Dies löste bei den einen Neid und Missgunst aus, bei den anderen ein gesteigertes Anspruchsdenken – was bis zum heutigen Tage anhält“. Dem Betriebsklima sei all das nicht zuträglich gewesen.

Neben der Pandemie haben Andreas Lenz in den vergangenen Jahren auch mehrere Todesfälle in seinem Kollegenkreis stark beeindruckt und ihm zu denken gegeben. Ihm sei vor Augen geführt worden, dass sich die Lebensumstände schlagartig verändern können und wie schnell ein Leben vorbei sein kann; er habe daraus die Konsequenz gezogen, zum frühestmöglichen Zeitpunkt in den Ruhestand zu gehen.

Aus dem will er nun das Beste machen und versuchen,“etwas ganz Kostbares zu genießen: Zeit“. Er will Sport treiben, eine Fremdsprache lernen – Favorit ist Spanisch – , im Haushalt mithelfen und eventuell ein Ehrenamt übernehmen. „Das alles muss jedoch reiflich überlegt sein“, sagt er. „Nach dem Motto: Alles kann, nichts muss!“

Zur Person

Andreas Lenz
wurde 1959 in Mannheim geboren. Der 65-Jährige ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Nach Abitur und Wehrdienst
absolvierte er die Laufbahnausbildung im gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst bei der damaligen StOV Karlsruhe. Seit 1983 lebt er in Stetten a.k.M.

Die Leitung des BwDLZ Stetten a.k.M.
wurde ihm im März 2018 übertragen, nachdem er das Auswahlverfahren für den höheren nichttechnischen Verwaltungsdienst absolviert hatte. 2022 wurde er zum Regierungsdirektor ernannt. Neben vielen Verwendungen, die er bis auf sechs Jahre bei der StOV Immendingen ausschließlich am Standort Stetten durchlief, war er zuvor fast 20 Jahre im Personalwesen tätig.