Die Bundeswehr braucht mehr Platz für Mann und Material. Foto: dpa/Patrick Pleul

Die Bundeswehr meldet Platzbedarf an,im Land verschwinden Entwicklungspläne in der Schublade. Ein richtiger Schritt, kommentiert Christian Gottschalk.

Tempo bei der Planung gehört nicht gerade zu den deutschen Grundtugenden. Landauf, landab macht sich das derzeit in zahlreichen Gemeinden bemerkbar. Da wurde über viele Jahre hinweg überlegt, wie neue Stadtteile entwickelt und Arbeitsplätze geschaffen werden können, und über viele Jahre hinweg wurde verhandelt, wie die Modalitäten ausgestaltet werden sollen, um ehemalige Bundeswehrflächen zu erwerben und diese dann für zivile Zwecke zu nutzen. Nur der Kaufvertrag, der ist nicht unterzeichnet worden. Das scheint sich nun zu rächen. Die Bundeswehr meldet Platzbedarf an, und im ganzen Land verschwinden Entwicklungspläne erst einmal in der Schublade.

 

Keine unumkehrbaren Fakten schaffen

Mietwohnungen statt Militär, Eigenheim statt Einsatzkommando – es ist ein Thema, aus dem sich Wahlkampfslogans formen lassen. Doch das wäre zu billig. Wer über neue Wehrpflicht debattiert, wer die Bundeswehr kriegstüchtig machen will, der muss auch die Voraussetzungen dafür schaffen. Dafür jenen Platz ins Auge zu fassen, der schon einmal militärisch genutzt worden ist, ist nicht die dümmste Idee. Bestehende Möglichkeiten zu nutzen, ehe unumkehrbare Fakten geschaffen werden, ist richtig.

Ebenso stimmt aber auch: Nicht jeder der bundesweit rund 200 Standorte wird letztlich gebraucht werden. Ein Miteinander ist vielerorts möglich. Wenn die Bundeswehr bei ihren Planungen auf Laufschritt schalten würde, wäre vielen geholfen.