Im Gespräch zum Thema Gastronomie (von links): Michael Steiger, Michael Preis, Derya Türk-Nachbaur. Foto: Klaus Koch /SPD

Die SPD-Abgeordnete Derya Türk-Nachbaur erfährt bei Bromberger und im Hotel Grüner Baum, wo es hakt.

Gelegenheit, sich ein Bild über Arbeitsbedingungen und die wirtschaftliche Situation von Familienunternehmen in Donaueschingen zu machen, hatte die Bundestagsabgeordnete Derya Türk-Nachbaur bei Bromberger Packungen und im Hotel Grüner Baum. Darüber informiert die SPD in einer Mitteilung.

 

Bindung an Tarife

Themen wie die Erbschaftssteuer, die Tarife im Druckgewerbe, Energie- und Investitionskosten beschäftigen derzeit das Familien-Unternehmen Bromberger. Das erfuhren Derya Türk-Nachbaur und eine kleine Gruppe des Donaueschinger SPD-Ortsvereins bei einer Führung. Bromberger ist einer der wenigen, die sich an Arbeitgeber-Tarife halten, so die SPD. Die Abgeordnete erläuterte, dass laut SPD-Wahlprogramm zehn Prozent der Investitionen in Maschinen oder Fahrzeuge, die innerhalb eines Jahres getätigt werden, künftig vom Staat übernommen werden könnten.

Mehr regionale Kooperation

Bromberger fühlt sich dem Gemeinwohl verpflichtet, wenngleich manches, was in erstarrten Verhandlungsritualen ausgehandelt werde, bisweilen auf die Nerven gehe und zu deutscher Bürokratie und Schwerfälligkeit beitrage.

Interessant sei auch, dass regionale Unternehmen inzwischen verstärkt kooperieren, um dem Druck überregional verschärfter Wettbewerbsbedingungen standhalten zu können, wie der ebenfalls anwesende Druckunternehmer Christof Herrmann bestätigt.

Genau an die richtige Adresse gerät das Donaueschinger Wahlkampfteam auch bei Michael Preis, Dehoga-Kreisvorsitzender, im Hotel Grüner Baum, der mit dem zweiten Vorsitzenden des Dehoga-Kreisverbandes, Michael Steiger, die Probleme der Hotel- und Gaststättenbranche umreißt. Corona habe schwere Löcher in die Personaldecken gerissen. Wobei Derya Türk-Nachbaur gleich zu Beginn darauf verwies, dass zum Schaden aller bundesweit Beteiligten Fragen zu Migration, Aufenthalts- und Arbeitsrecht sowie Mindestlöhnen schnell mal durcheinander geworfen würden. Den Branchenvertretern wären zum Beispiel flexible Lösungen, die zu einer Wochenarbeitszeit für die Mitarbeiter führen, wesentlich lieber als starre Systeme.

Fast Food hat es leichter

Schwierig sei es für die Gastronomie mit den unterschiedlichen Mehrwertsteuersätzen, wie sieben Prozent bei Speisen, wenn sie geliefert werden, und 19 Prozent bei Getränken. „Wer einfach aus dem Fenster raus Fast Food verkauft, hat es deutlich leichter“, so Steiger. Die Zahl der Schnellimbisse und Lieferangebote sei in jüngerer Zeit um 16 Prozent gestiegen. „Aber wir haben innerhalb von zwei Jahren 7000 Gastronomiebetriebe verloren.“