Die Mahnungen der Gewerkschaften haben einen großen Teil ihrer Mitglieder nicht davon abgehalten, die AfD zu wählen. Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Vor allem Arbeiter und Arbeitslose haben der AfD bei den Bundestagswahlen zur Vermehrung ihrer Stimmen verholfen. Meinungsforschern zufolge tendieren die Beamten und Rentner hingegen eindeutig zu CDU und CSU.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) pocht auf seine parteipolitische Unabhängigkeit; nur gegenüber der AfD geht er voll auf Distanz. Doch zeigen sich nach der Bundestagswahl deutliche Abweichungen zum Wahlverhalten der Gewerkschaftsmitglieder und übrigen Beschäftigten. Bei den Arbeitern erzielen die Rechtspopulisten mit klarem Vorsprung Platz eins.

 

Laut einer Nachwahlbefragung der Forschungsgruppe Wahlen landete die AfD in dieser Berufsgruppe mit 30,2 Prozent weit vorne – gefolgt von Union (25,9) und SPD (16,3). Das Forschungsinstitut Infratest dimap hatte für die AfD bei den Arbeitern sogar 38 Prozent ermittelt, für CDU/CSU 22 Prozent und für die SPD nur zwölf Prozent.

Für die Staatsdiener ist die Union klar die wichtigste Kraft

Die Forschungsgruppe Wahlen differenziert auch nach weiteren Beschäftigtengruppen. Danach haben 18,8 Prozent der Selbstständigen und 18,2 Prozent der Angestellten, aber lediglich 12,2 Prozent der Beamten für die Rechtspopulisten votiert – für die Staatsdiener ist die Union mit 34,6 Prozent die wichtigste Kraft. Bei den Arbeitslosen beträgt der Zuspruch noch 27,2 Prozent für die AfD, bei den Rentnern aber nur 13,6 Prozent.

Ferner wurde die generelle Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft abgefragt, womit neben dem DGB auch der Deutsche Beamtenbund gemeint sein kann. Demzufolge haben 21,8 Prozent aller Mitglieder ihr Kreuz bei der AfD gemacht und 20,6 Prozent bei der SPD. CDU/CSU liegen mit 23,2 Prozent vorne, Grüne und Linke bei etwa zehn Prozent.