Ein „Wahlbeobachter“ äußerte den Verdacht, die Wahlurne in Trossingen habe einen doppelten Boden. (Symbolfoto) Foto: Bodo Schackow/dpa

Nicht überall im Kreis Rottweil verlief die Stimmabgabe am Sonntag friedlich, wie wir in der Kreiswahlausschusssitzung erfahren, musste einmal sogar die Polizei auf den Plan gerufen werden.

Anders als bei den Wahlen im Jahr 2021, die ohne Zwischenfälle während des Wahlvorgangs über die Bühne gingen, gab es dieses Jahr gleich mehrere Unruhestifter im Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen.

 

Bei der Kreiswahlausschusssitzung am Mittwochabend im Landratsamt in Rottweil werden die Wahlergebnisse der Bundestagswahlen bestätigt, ohne dass sonderliche Abweichungen von den bereits bekannten Zahlen aufkommen.

Als der Erste Landesbeamte Hermann Kopp auf die besonderen Vorkommnisse am Wahltag zu sprechen kommt, wird es allerdings spannend. Auf mehrere Wahllokale verteilt, gab es in Trossingen am Wahlsonntag mehrere Störungen der Bundestagswahlen. Diese zeichneten sich laut Niederschrift dadurch aus, dass die Legitimität der Wahlen in Frage gestellt wurde. Mehrfach seien so genannte „Wahlbeobachter“ laut geworden.

Auch wurden Vorwürfe zu unverschlossenen Wahlurnen oder Urnen mit doppeltem Boden geäußert. Zudem wurde unterstellt, dass die Tinte der bereitgestellten Kugelschreiber später unsichtbar würde. Eine Vielzahl von Wählern habe in Zweifel gezogen, dass die Abstimmung korrekt ablaufe, hatte die fassungslose Trossinger Bürgermeisterin Susanne Irion im Nachgang erklärt.

Zahlreiche Vorwürfe

Auch in Tuttlingen verlief der Wahltag nicht ganz ohne Aufregung. Mehrere Wahlbeobachter sollen die Wahlhelfer verbal und körperlich bedrängt haben. Sie sollen den freiwilligen Helfern sehr genau über die Schultern geschaut und erst nach direkter Aufforderung Anstand genommen haben. Mitarbeiter hätten sich mit diesen fordernden Menschen „nicht wohlgefühlt“, erfahren wir bei unserer Recherche.

In Vöhringen wurden laut des Berichts der Kreiswahlausschusssitzung die Wahlhelfer von einem „Wahlbeobachter“ mit unzähligen Fragen gelöchert. Er habe den freiwilligen Mitarbeitern keine Ruhe gelassen und sich darüber hinaus ungebührlich verhalten. Bevor die Situation eskalieren konnte, sei der penetrante Provokateur von der Polizei vom Gelände des Vöhringer Wahllokals geleitet worden.

Stolz auf unsere Demokratie

Der Erste Landesbeamte Hermann Kopp machte sein Unverständnis über die Vorkommnisse deutlich und setzte dagegen:„Wir können stolz auf unsere demokratischen Wahlen sein.“