Das Schwenninger Gymnasium am Deutenberg hatte eine klare Botschaft für alle Bürger der Stadt Villingen-Schwenningen. Foto: Marc Eich

Die AfD nähert sich in Prozente der CDU an. Die SPD rutscht auf Rang drei ab. Im Wohngebiet Schilterhäusle erreicht die AfD 59 Prozent der Zweitstimmen. Und auch in zwei von neun Ortsteilen ist die CDU nicht mehr an erster Stelle. Die Wahlbeteiligung: 79,1 Prozent.

Der Rechtsruck macht sich quer durch Villingen-Schwenningen breit und spiegelt sich in den Zahlen aus den Wahlbezirken wider. Im Wohngebiet Schilterhäusle (Wahlbezirk David-Fuchs-Haus) kommt die AfD auf 59 Prozent – das beste Ergebnis VS-weit. In Schwenningen holt sie in allen Wahlbezirken die meisten Zweitstimmen vor der CDU. Und in den Ortsteilen von VS gewinnt sie in Weigheim und Marbach die Mehrheit der Zweitstimmen.

 

Das erste Ergebnis lag aus Herzogenweiler vor. Die weiteren Zahlen perlten im Laufe des Abends herein und wurden in die Tabellen eingearbeitet. Und umso länger der Abend ging, umso deutlicher zeichnete sich das Bild ab, einer weiterhin starken Union, die jedoch doch noch unter 30 Prozent rutscht, gefolgt von einer starken AfD, die mehr als doppelt so viel zulegt, einer SPD, die viele Stimmen verloren hat, den Grünen, die zwar verlieren, es aber noch über zehn Prozent schaffen und der FDP, die über zehn Prozentpunkte abrutschen.

Noch vor der FDP liegt die Linke, die sich über einen deutlichen Zugewinn freuen kann. Beim BSW hat es am Ende auf fünf Prozent gereicht.

So sieht es in Villingen aus

In Villingen kann die CDU zahlreiche Wahlbezirke für sich gewinnen. Besonders gut schneidet sie im Wahlbezirk Tannenhöhe mit 40,9 Prozent der Stimmen ab. Und was sich bei vorhergehenden Wahlen gezeigt hat, wird bei dieser Bundestagswahl deutlich: In zahlreichen Wohngebieten verliert die CDU auch in Villingen die Mehrheit an die AfD, so am Goldenbühl, im Haslach, in der Wöschhalde und im Steppach. Und vor allem im Schilterhäusle, wo sie nahezu an die 60 Prozent heran kommt. Und dort holt das BSW mit 9,4 Prozent das beste Ergebnis. Die SPD muss sich längst mit dem dritten Platz begnügen. Das beste Ergebnis erreicht sie noch in einem Wahlbezirk der Karl-Brachat-Realschule mit knapp 16 Prozent. Die Grünen erreichen in der Südstadtschule mit 16,9 Prozent der Stimmen das beste Ergebnis in Villingen.

Und in Schwenningen

Schwenningen hat deutlich Rechts gewählt. In allen Wahlbezirken des Stadtbezirks hat die AfD die meisten Stimmen geholt. Im Wahlbezirk Friedensschule erreicht sie 42,8 Prozent der Zweitstimmen, in der Staatlichen Feintechnikschule kommt sie auf 40,5 Prozent. Die CDU holt ihr bestes Ergebnis im Wahlbezirk Gymnasium am Deutenberg mit 29,7 Prozent. Die SPD kann sich über ihr bestes Ergebnis in der Grundschule Rinelen mit 17,7 Prozent freuen, die Grünen schaffen es in keinem Schwenninger Wahlbezirk auf über zehn Prozent, die Linke holt ihr bestes Ergebnis im Bezirk Neckarschule mit 11,5 Prozent.

Ein Blick in die Ortsteile

Wichtigste Nachricht vorneweg: Die CDU hat nicht mehr in allen Ortsteilen die Mehrheit. Sie wird zunehmend von der AfD bedrängt. In Weigheim liegt jetzt die AfD bei den Zweitstimmen mit 38,3 Prozent vor der CDU 25,4 Prozent. Und auch Marbach rückt nach Rechts: Im Wahlbezirk Rathaus holt die AfD mit 33,6 Prozent der Zweitstimmen die Mehrheit vor der CDU mit 28,2 Prozent, im zweiten Wahlbezirk (Schule) liegt sie ebenfalls mit 31,4 Prozent vor der CDU mit 29,3 Prozent.

In Mühlhausen hat es die CDU gerade noch geschafft und liegt 0,3 Prozent (29,9 Prozent) vor der AfD.

Über 40 Prozent der Zweitstimmen schafft die CDU in Herzogenweiler (45,3), Rietheim (43,6) und Weilersbach (40,0) sowie in einem Wahlbezirk in Obereschach mit 42,0 Prozent, im zweiten sind es 34,2 Prozent. In Tannheim liegen die Christdemokraten bei 36,0 und in Pfaffenweiler sind es 36,2 und 38,9 Prozent der Stimmen.

Das Erfreuliche: Die Wahlbeteiligung stieg von 72,3 auf 79,1. Prozent.