Norbert Ziegeler, Rottenburger Gemeinderat für die Grünen, sieht für Asli Kücük (Grüne) gute Chancen auf ein Bundestagsmandat.
Norbert Ziegeler aus Ergenzingen berichtet: „Am 23. Januar hatte ich das Podium zur Bundestagswahl der Kolpingsfamilie Ergenzingen besucht. Im Kolpingsaal präsentierten sich Christoph Naser (CDU), Asli Kücük (Grüne), Florian Zarnetta (SPD) und Julian Grünke (FDP) vor circa 120 Menschen. Das 2024 veränderte Wahlrecht war an diesem Abend eigentlich kein Thema. Doch Naser (CDU) sprach das neue Wahlrecht von selber an und kritisierte die Änderung dabei heftig.“
Ziegeler geht auf das neue Wahlrecht ein: „Mit 735 Abgeordneten ist der aktuelle Bundestag so groß wie nie zuvor. Diese Zahl liegt mit 137 Mandaten über der gesetzlichen Normgröße von 598 Abgeordneten. Dadurch entstehen Mehrkosten von 410 Millionen Euro, doch die Bundespolitik wird dadurch nicht besser. Kritik kommt unter anderem vom Bund der Steuerzahler: „Schluss mit dem XXL-Bundestag!“ Das neue Wahlrecht schafft Abhilfe: Es erlaubt nur noch 630 Abgeordnete. Dabei ziehen nur so viele direkt Gewählte in den Bundestag ein, wie einer Partei durch die Zweitstimmendeckung zustehen.“
Werden CDU-Kandidaten leer aus gehen?
Es sei zu erwarten, dass die CDU in Baden-Württemberg wieder mehr Direktmandate gewinne, als ihr Plätze durch die Zweitstimmen zustehen. „Dadurch gehen CDU-Kandidaten mit einem knappen Ergebnis leer aus. Genau das wird im Wahlkreis Tübingen-Hechingen der Fall sein. Durch die Grünen-Hochburg Tübingen können CDU-Kandidaten hier nur knapp gewinnen. Selbst wenn er mit ein paar Tausend Stimmen Vorsprung das Direktmandat holt, hat Christoph Naser – der Kandidat der CDU – keine Chance, in den Bundestag einzuziehen. Somit ist streng genommen jede Stimme für Naser eine verlorene Stimme“, meint der Grünen-Gemeinderat.
Deutlich besser seien die Chancen der Tübinger Gemeinderätin Asli Kücük: Wenn die Stimmenkönigin der letzten Kommunalwahl das Direktmandat gewinnt, sei sie sicher im Bundestag und könne dort den Wahlkreis vertreten. „Ich finde, das sollten die Wählerinnen und Wähler wissen, damit sie die Möglichkeit haben, im Sinne unserer Region taktisch klug zu wählen“, meint Ziegeler.