Nur noch wenige Tage, dann wird ein neuer Bundestag gewählt. Heute stellen wir Ihnen die Direktkandidatin der Linken vor – Elena Dao „Loo“ Krein.
Mit gerade einmal 17 Jahren ist Elena Dao „Loo“ Krein die jüngste der Direktkandidaten für den Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen. Selbst bezeichnet sich die junge Frau als queere und migrantische Aktivistin. Im Redaktionsgespräch verrät die Linken-Kandidatin, welche Themen ihr besonders wichtig sind.
Bereits mit elf Jahren auf der Straße demonstriert
Krein war schon immer links-politisch engagiert. „Das habe ich wohl von meinem Vater, der ebenfalls sehr stark linksgerichtet war“, erzählt Krein im Gespräch. Bereits mit elf Jahren war sie mit auf der Straße und demonstrierte etwa für die Belange von Fridays for Future.
Erlebnisse in der Kindheit stärken den Entschluss
Bereits seit dreieinhalb Jahren ist sie aktiv in der Jugendorganisation der Linken: Linksjugend solid. Vor wenigen Monaten trat sie der Partei Die Linke bei. Die Entscheidung, für die Partei als Direktkandidatin anzutreten, begründet sie unter anderem mit ihren Erlebnissen in ihrer Kindheit und Jugend.
Soziale Gerechtigkeit steht oben auf der Agenda
„Meine Schwester und meine Mutter sind aus Thailand. Seit der Trennung meiner Eltern waren wir sehr mit bürokratischen Hürden konfrontiert und mussten uns viel mit Ämtern rumschlagen“, erzählt sie. Zudem sei der Vater – er starb im vergangenen Jahr – gewaltbereit gewesen, weswegen sie eine Zeit lang im Frauenhaus gewohnt haben.
Insgesamt habe Krein ein sehr bröckelndes System erkannt, das vor allem sozial schwächer gestellte Bürger vor extreme Herausforderungen stellen kann. „Deshalb kann ich mich sehr gut mit der Politik und dem Programm der Linken identifizieren“, so die noch 17-Jährige.
Soziale Gerechtigkeit weit oben auf der Agenda
Deswegen steht für sie das Thema soziale Gerechtigkeit weit oben auf der Agenda. Krein ist es besonders wichtig, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. „Wir müssen die Mietpreisbremse schaffen, eigentlich müsste man die Mieten für sechs Jahre einfrieren“, fordert die Direktkandidatin. Auch vor dem Thema Enteignung schreckt Krein nicht zurück. „Da geht es nicht darum, Privatleuten etwas wegzunehmen.“ Sie will die Großkonzerne ins Visier nehmen.
Die Mehrwertsteuer wolle sie nicht grundsätzlich abschaffen, aber für weitere Produkte heruntersetzen. „Bus und Bahn müssen in einer perfekten Welt kostenlos sein.“ Aber auch in einer perfekten Welt müssen diese Wünsche finanziert werden – und das in weiten Teilen marode Schienennetz saniert sich nicht von selbst. Kreins Finanzierungsvorschlag: die Einführung von Reichen- oder Vermögenssteuer. „Es kann nicht sein, dass in Deutschland dem reichsten Prozent etwas mehr als ein Drittel aller Vermögen gehört.“
Einführung von Reichensteuer gewünscht
Mit möglichen Geldern aus dieser Steuer könnte laut Krein viel mehr in Schulen und Bildung investiert werden. Unterrichtsausfälle erlebt die Schülerin laut eigenen Angaben selbst bereits genug.
Die Migrations-Anträge von Friedrich Merz und das Abstimmungsverhalten im Bundestag vor Kurzem haben Krein sehr mitgenommen. Zum Thema Abschiebung verfolgt sie die Linie ihrer Partei. „Da bin ich generell dagegen. Rückführungen sind meines Erachtens zu radikal und inhuman.“Viel wichtiger sei es, die Flüchtlinge schneller in Arbeit zu bringen. Werden Asylbewerber straffällig, wünscht sich Krein eine Gleichbehandlung. Sprich: Gerichtsverfahren und Inhaftierung.
Flüchtlinge schnell in Arbeit bringen
Krein weiß um die Erfolgsaussichten ihrer Partei im Wahlkreis. „Ich sehe mich daher vor allem in der Pflicht, auf Themen aufmerksam zu machen und für benachteiligte Gruppen einzustehen.“