Bei der Stimmauszählung im Altensteiger Bürgersaal herrschte höchste Konzentration. Foto: Buchner

Die Bundestagswahl ist gelaufen, und auf Bundesebene ist in Sachen künftiger Regierung zunächst einmal nichts entschieden. In Altensteig, Egenhausen und Simmersfeld sind die Verhältnisse da wesentlich eindeutiger.

Altensteig/Egenhausen/Simmersfeld - Unwägbarkeiten gab es auch im Raum Altensteig einige. Nachdem der Lokalmatador und Polit-Veteran Hans-Joachim Fuchtel (CDU) nicht mehr kandidierte, waren viele auf das Abschneiden seines Nachfolgers Klaus Mack gespannt. Saskia Esken ging als SPD-Covorsitzende mit einem stattlichen Promi-Bonus ins Rennen, und Marcus Lotzin (AfD) hatte als Altensteiger Stadtrat ebenfalls schon Gelegenheit gehabt, auf sich aufmerksam zu machen. Die Grünen-Kandidatin Sara Haug wiederum hätte von der durch Extremwetter-Katastrophen befeuerten Klimadiskussion profitieren können.

CDU-Kandidat und Wahlkreis-Sieger Klaus Mack erhielt in allen Wahlbezirken mehr Erststimmen, als seine Partei Zweitstimmen einfahren konnte. Diese lag mit Ausnahme von Altensteig Mitte (20,9 Prozent), Berneck (20,3) und Hornberg (23,0) allenthalben über dem Ergebnis auf Bundesebene. Als Hochburg der Christdemokraten erwies sich Aichhalden/Oberweiler mit 47,6 Prozent. Wahlkreis-Kandidat Mack brachte es dort auf 52,1 Prozent, in Fünfbronn sogar auf 58,8. Am wenigsten Stimmanteile erhielt er in Altensteig Mitte (24,9 Prozent).

Für Saskia Esken gab es in Altensteig und Umgebung nicht wirklich viel zu holen. Ihre Ausbeute liegt überall hinter dem Ergebnis ihrer Partei auf Bundesebene. Am nächsten kommt sie dem in Altensteig Mitte, wo sie 21,4 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnten. Am schlechtesten schnitt die SPD-Wahlkreiskandidatin in Überberg ab, wo sich nur 5,9 Prozent der Wähler für sie entscheiden konnten.

Sara Haug von den Grünen blieb in den meisten Wahlbezirken hinter dem bundesweiten Ergebnis der Umweltpartei zurück – zweistellige Stimmenanteile gab es für sie nur in vier Wahlbezirken – bei der Briefwahl in Altensteig und Simmersfeld, außerdem in Wart. Und in Beuren staubte sie mit 32,9 Prozent fast so viele Erststimmen ab wie Klaus Mack (35,7).

Michael König von der FDP hatte keine Probleme, mit dem bundesweiten Ergebnis seiner Liberalen mitzuhalten oder es gar zu übertreffen. Lediglich in Beuren musst er sich mit 1,4 Prozent begnügen. Am meisten Zuspruch erfuhr er in Altensteigdorf, wo 16,1 Prozent der Wähler ihr Kreuzchen neben seinem Namen machten.

Thomas Hanser (Linke) hatte in Altensteig und Umgebung buchstäblich fast niemand auf dem Zettel. Lediglich in Berneck (4,2 Prozent) schaffte er es wenigstens in Sichtweite der Fünf-Prozent-Hürde.

Marcus Lotzin brachte es in vielen Wahlbezirken auf mehr Stimmanteile als seine Partei, die AfD, auf Bundes- und Kreisebene. In Hornberg ist er mit 35,1 Prozent sogar der Stimmenkönig. Am wenigsten Zustimmung fand er in Beuren, wo er sich mit 5,7 Prozent der Stimmen begnügen musste.