Das Wahllokal "Familienzentrum" in Schömberg Foto: Krokauer

Teilweise andere Wahlbezirke und vor allem ein enormer Anstieg bei den Briefwählern – zwei Faktoren, die es schwierig machen, die aktuelle Bundestagswahl mit jener vor vier Jahren zu vergleichen. Zumindest verraten die vorläufigen Zahlen aber, wo welche Partei besonders stark oder schwach war. Wir geben einen Überblick.

Schömberg/Bad Liebenzell - Klarer Verlierer ist auch in Schömberg die CDU: Von 36,3 Prozent im Jahr 2017 sank der Stimmenanteil auf nur noch 25,9 Prozent. Selbst das beste Teilergebnis (29,6 Prozent, Briefwahlbezirk 1) blieb hinter dem einstigen Erfolg zurück.

Ergebnissen ähneln dem bundesweiten "Trend"

Stark zeigte sich dagegen die SPD mit 20,3 Prozent (2017: 14,5 Prozent). Im Wahllokal Ludwig-Uhland-Schule (26,4 Prozent) überflügelte das Resultat gar das Bundesergebnis von 25,7 Prozent.

Auch die Grünen konnten sich von 10,5 auf 11,8 Prozent verbessern. Die Spannweite ist hier allerdings groß. Sie reicht von 5,5 (Bieselsberg) bis 20,0 Prozent (Oberlengenhardt).

Ebenfalls kräftig zugelegt hat die FDP (von 11,6 auf 15,3 Prozent). Besonders gut lief es für die Partei in Bieselsberg (18,6 Prozent).

Wenig Erfolg war dagegen der Linken beschieden, die von 5,7 auf 2,3 Prozent absackte.

Auch die AfD ließ Federn (von 16,0 auf 13,8 Prozent), sicherte sich aber in Schwarzenberg ein starkes Ergebnis (20,5 Prozent).

In Bad Liebenzell erging es den Christdemokraten ebenfalls nicht gerade gut. Fast elf Prozentpunkte weniger als 2017 kamen zusammen (von 37,1 auf 26,2 Prozent). Besonders bitter: In Unterlengenhardt stimmten nur 6,1 Prozent der Wähler mit ihrer Erststimme für Klaus Mack. In Beinberg waren es dafür 46,8 Prozent.

Die weiteren Parteien folgten im Wesentlichen dem "Trend": Die SPD legte von 12,5 auf 17,3 Prozent zu (bestes Ergebnis in Maisenbach-Zainen mit 23,2 Prozent).

Die Grünen stiegen von 12,2 auf 13,8 Prozent, waren vor allem in Unterlengenhardt stark (22,3 Prozent) und in Beinberg schwach (7,7 Prozent).

Die FDP verbesserte sich von 12,6 auf 15,5 Prozent, räumte insbesondere in Möttlingen ab (21,1 Prozent).

Bergab ging es für die Linke (von 6,1 auf 3,0 Prozent), die in Bad Liebenzell zwischen 0,0 (Maisenbach-Zainen) und 7,0 Prozent (Unterlengenhardt) holte.

Abgebaut hat auch die AfD (von 13,6 auf 11,8 Prozent), die in Unterhaugstett aber auf 18,5 Prozent kam.

Basisdemokratische Partei holt Spitzenplatz

Einen Ausreißer der besonderen Art gibt es unterdessen im anthroposophisch geprägten Unterlengenhardt zu ent­decken: Der Basisdemokratischen Partei Deutschland (die Basis) gelang es hier beinahe stärkste Kraft zu werden. Bei den Zweitstimmen reichte es mit 20,9 Prozent dann aber doch nur für Platz zwei hinter den Grünen. Platz eins holten sie dafür mit 23,4 Prozent der Erststimmen. Doch warum?

Aufschluss darüber geben Ausführungen von Thomas Bräuninger, Politikwissenschaftler von der Uni Mannheim, über die Deutschlandfunk Nova in diesem Jahr berichtete. Demzufolge sei der ideologische Unterbau der Basis eine anthroposophische Weltanschauung; die Partei spreche von einer "Entflechtung des Geistig-kulturellen, Rechtlichen und Wirtschaftlichen". In anthroposophischen Kreisen stehe Letzteres für die Forderung, der Staat möge sich aus der Erziehung und Gesundheitsfürsorge raushalten.