SC-Kapitän Christian Günter bringt Kölns Kingsley Ehizibue zu Fall.Foto: Vennenbernd Foto: Schwarzwälder Bote

Fußball: Der SC Freiburg hält mit einem 4:2-Sieg gegen Köln weiter Anschluss an die internationalen Plätze

Der SC Freiburg hat mit dem 4:2-Sieg gegen den 1. FC Köln seine kleine Chance auf den Europapokal gewahrt. Die Rheinländer torkeln dagegen ihrem siebten Abstieg aus der Bundesliga entgegen.

Bis in die Nachspielzeit hatten rund 200 Fans hinter dem leeren Stadion den 1. FC Köln angetrieben, nach dem Schlusspfiff herrschte komplette Stille, aus den Boxen säuselte der Song "Leck ens am Arsch". Das 1:4 (0:2) gegen den SC Freiburg fühlte sich beim 1. FC Köln schon ganz schwer nach dem siebten Abstieg an.

Schweres Restprogramm

Das Team von Trainer Christian Streich kann mit dem – "am Ende auch ein bissle glücklichen" (Streich) – Sieg dagegen weiter auf die Teilnahme an der neuen Conference League hoffen. Als Neunter hat der SC zwei Zähler Rückstand auf Mönchengladbach auf Rang sieben. Das Rest-Programm mit Aufgaben gegen Meister Bayern und in Frankfurt hat es aber in sich. Das Sturm-Duo Nils Petersen (18.) und Ermedin Demirovic (20.) legte am Sonntag mit einem Doppel-Schlag den Grundstein zum Erfolg. Sebastian Andersson verkürzte (49.), ehe Vincenzo Grifo (90.+3) und Jonathan Schmid (90.+6) alles klar machten für die Breisgauer.

Die Kölner, die unter dem als Retter aus der Rente geholten Trainer Friedhelm Funkel zuvor zweimal gewannen, hätten mit einem Sieg den rettenden 15. Platz erklommen. Nun brauchen sie in den letzten beiden Partien bei Hertha BSC und gegen Absteiger Schalke 04 wohl zwei Siege, um eine realistische Chance zu haben. Besonders bitter: Nach einer klaren Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit vergab Ondrej Duda (61.) das 2:2, als er beim Elfmeter wie Beckham bei der EM 2004 wegrutschte.

Die erste Chance nach übervorsichtiger Anfangsphase beider Teams hatte der FC durch einen Freistoß von Ondrej Duda (17.). Im Gegenzug leitete ausgerechnet Kölns bester Spieler in dieser Saison, Ellyes Skhiri, mit einem fatalen Schnitzer die Gäste-Führung ein. Der Tunesier spielte Vincenzo Grifo einen Rückpass im eigenen Strafraum in den Fuß. Dessen Abschluss blockte Rafael Czichos, den Abpraller verwertete Petersen. Der Schock saß tief bei den Gastgebern und keine zwei Minuten später stand es 0:2. Ein Ball von Roland Sallai segelte durch den gesamten Strafraum, Grifos Schuss lenkte Demirovic mit der Fußspitze über die Linie.

FC wehrt sich – vergebens

Nach der Pause kam der FC allerdings mit komplett anderer Körpersprache aus der Kabine und wurde schnell belohnt. Der zur Pause gekommene Ismail Jakobs flankte und der rechtzeitig fit gewordene Andersson schoss sein erstes Tor seit Oktober.

Jakobs holte dann auch den Elfmeter raus, der nach langem Video-Check bestätigt wurde. Es folgte Dudas Missgeschick und ein aberkanntes Tor. Hector legte für Jan Thielmann ab, der traf. Doch das Tor zählte nicht, weil der Kapitän bei der Vorlage entweder die Schulter oder den Oberarm benutzt hatte.

Am Ende hatten dann sogar die Breisgauer etwas Mitleid mit den Kölnern. "Es lief schon vieles für uns", gestand Torschütze Petersen: "Der verschossene Elfmeter, das Tor, das nicht gegeben wurde – das ist natürlich auch psychologisch eine Katastrophe für den Gegner." SC-Trainer Streich ergänzte: "Ich wünsche vor allem Friedhelm, aber auch dem 1. FC Köln, dass sie es am Ende schaffen."

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