Der Bundes-Klinik-Atlas ist verfügbar: Patienten soll es erleichtert werden, durch Vergleichen eine passende Klinik auszuwählen.
Es ist der erste Atlas seiner Art, nachdem Ende März das Krankenhaustransparenzgesetz (KHTG) in Kraft getreten ist. Ziel des KHTG: „Patienten verständlich und transparent über Umfang und Qualität der Versorgung sowie die ärztliche und pflegerische Personalausstattung in den Krankenhäusern zu informieren“, wie im Bundes-Klinik-Atlas erklärt wird, der im Internet auf der Seite bundes-klinikatlas.de abrufbar ist.
Dies ist der Anlass, die Datensammlungen zum Zollernalb-Klinikum mit seinen beiden Standorten Albstadt und Balingen näher anzusehen.
Krankenhaus-Standort Albstadt-Ebingen
Das Krankenhaus in Albstadt in der Friedrichstraße 39 verfügt über 196 Betten und gilt damit als mittelgroß. Behandlungen sind möglich in den Fachabteilungen Innere Medizin (5180 Behandlungsfälle in einem Jahr), Allgemeine Chirurgie (3115) und Sonstige Fachabteilung (571). Zusammengenommen macht das knapp 8870 Behandlungsfälle, was im Atlas als „mittel“ eingestuft wird.
Der Pflegepersonalquotient
Nun zum krankenhausweiten Pflegepersonalquotienten: Der liegt in Albstadt bei knapp 46, gilt als „überdurchschnittlich“, und gibt die Zahl der Patienten pro Pflegekraft unter Berücksichtigung der Fallschwere an. Je niedriger der Wert, desto besser. 205 Pflegekräfte gibt es im gesamten Krankenhaus.
Und zur Notfallversorgung in Albstadt heißt es: Für das Albstädter Krankenhaus gelte die Stufe 1 der „Basis-Notfallversorgung“. Drei Stufen gibt es.
Krankenhaus-Standort in der Kreisstadt Balingen
Der Krankenhaus-Standort Balingen in der Tübinger Straße 30 verfügt über 236 Betten, was ebenfalls als mittelgroß gilt. Die Fachbereiche teilen sich auf in Innere Medizin (4554 Behandlungsfälle in einem Jahr), Frauenheilkunde und Geburtshilfe (3449), Allgemeine Chirurgie (2452), Sonstige (337) sowie Zahn- und Kieferheilkunde, Mund- und Kieferchirurgie (38). Das ergibt zusammen gut 10 830 Behandlungsfälle. Dies wiederum wird als „viel“ eingestuft.
Zusammen sind das gut 10 830 Behandlungsfälle
Der krankenhausweite Pflegepersonalquotient liegt bei knapp 45, dies gilt – wie schon am Standort Albstadt – als überdurchschnittlich. 226 Pflegekräfte gibt es im gesamten Krankenhaus. Bei der Notfallversorgung erfüllt das Krankenhaus die Anforderungen für Stufe 2 – nämlich der „erweiterten Notfallversorgung“.
Besonders interessant: die Pflegepersonalquotienten
Interessant im Besonderen sind für Patienten wohl auch die Pflegepersonalquotienten, die – wie schon beschrieben – bei 46 und 45 Patienten pro Pflegekraft liegen. Im Vergleich dazu das Universitätsklinikum Tübingen: knapp 37 Patienten, das gilt als „weit überdurchschnittlich“. Und das Schwarzwald-Baar-Klinikum in Villingen-Schwenningen: knapp 64, was als „weit unterdurchschnittlich“ gilt.
Wie sich das Zollernalb-Klinikum mit seinem Pflegepersonalquotienten aufgestellt sieht, beantwortet die Pflegedirektorin des Klinikums Katharina Grjasin: „Das Zollernalb-Klinikum sieht sich derzeit gut für die Zukunft aufgestellt. Die Anzahl der Vollzeitkräfte in der unmittelbaren Patientenversorgung auf bettenführenden Stationen zu dem Pflegeaufwand im Zollernalb Klinikum in Balingen und Albstadt fällt in dem Bundes-Klinik-Atlas überdurchschnittlich aus.“
Keine Qualitätsdaten wie etwa Komplikationsraten
Ihre Kritik am Atlas: „Die Zahlen sind zwei Jahre alt. Im Vergleich zu 2023 konnten wir unseren Pflegepersonalquotienten verbessern.“ Ein weiterer Kritikpunkt: Es fehlten Qualitätsdaten wie zum Beispiel Komplikationsraten, wie Grjasin bemängelt.
Ob sich am Pflegepersonalquotienten etwas ändert, wenn das Zentral-Klinikum realisiert ist? Die Pflegedirektorin antwortet, dass man bereits jetzt auf die Einhaltung der Pflegepersonaluntergrenze (PPUG) achte und sich auf die im Juli kommende Pflegepersonalregelung 2.0 vorbereite. „Mit dem Zentralklinikum werden wir die Arbeitgeberattraktivität für Fachpersonal steigern können und haben somit die Chance unseren Pflegepersonalquotienten durch Gewinnung und Haltung der Pflegekräfte noch weiter zu verbessern“, sagt sie.
Zertifikate, leichte Sprache und Gebärdensprache
Das Zollernalb-Klinikum
hat verschiedene Zertifikate an seinen beiden Standorten. Der Standort Albstadt ist zertifiziertes Darmkrebszentrum. Der Standort Balingen zertifiziertes Beckenboden- und Kontinenzzentrum sowie zertifiziertes Endo-Prothetik-Zentrum.
Der Bundes-Klinik-Atlas
ist auch in „leichter Sprache“ verfügbar sowie in Gebärdensprache. Das Bundesministerium für Gesundheit hat für den Atlas die Daten von 1700 Krankenhäusern in Deutschland gesammelt und aufbereitet. Der Atlas soll kontinuierlich erweitert und verbessert werden.