Bei einer BUND-Führung am Tüllinger Berg erfuhren Teilnehmer, wie Pflege, Artenvielfalt und alte Apfelsorten die Kulturlandschaft prägen
Das Erlebnisprogramm 2026 des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) steht unter dem Motto „Streuobstwiesen“. Unter dem Titel „Der Tüllinger im Frühling“ fand am 19. April eine Führung im Rahmen des Jahresprogramms des Ortsverbands Lörrach-Weil statt.
Wolfgang Sprich aus Kandern, Experte für alte Apfelsorten, führte zur Blütezeit der Bäume zu den Streuobstbeständen am Tüllinger Berg. Vom Ausgangspunkt am Lindenplatz in Obertüllingen ging der dreistündige Spaziergang mit anschließender Apfelsaftverkostung zu Streuobstwiesen in verschiedenen Pflegestadien. So sah man anhand einer nicht mehr gepflegten Streuobstwiese, wie sich Wildtriebe aus der Unterlage entwickeln und so den veredelten Baum mehr und mehr überwachsen. Streuobstwiesen, deren Obstbäume nicht mehr geschnitten werden, verschatten mehr, wodurch sich der Lebensraum der Wiese verändert.
Mangelnde Pflege macht aus Plantagen wieder Wald
Unterwegs wurde auch der Unterschied zwischen einer artenreichen Magerwiese mit vielen verschiedenen Blühpflanzen gegenüber einer zwar schön gelb blühenden, aber artenärmeren, weil gedüngten Fettwiese deutlich.
Später führte der Weg an einer ehemaligen Kirschbaumpflanzung vorbei, die inzwischen fast nicht mehr zu erkennen war. Die mangelnde Pflege führte dazu, dass sich die Plantage in einen Wald verwandelte.
Die Bedeutung von Flechten war ebenso Thema wie der Bewuchs eines Baumes mit Efeu, die Bedeutung von Totholz für die Natur, der gute Baumschnitt, der Blütenansatz oder die Pflege der Wiese.
Zum Abschluss durften die Teilnehmer die Vielfalt der Apfelsorten in Form von Apfelsaft verkosten.
Weitere Veranstaltungen im Rahmen des BUND Erlebnisprogramms „Streuobstwiesen“ folgen im Mai, September, Oktober und November. Mehr Infos erhalten Sie unter https://www.bund-hochrhein.de/erlebnisprogramm/