Auch die Kinder waren begeistert von den alten Bulldogs. Foto: Gauggel

Der zweite Feldtag der Bulldog-Kameraden Harthausen wäre eigentlich am vergangenen Samstag dem Plan gestanden – hätte nicht die Unwetterwarnung diesem einen Strich durch die Rechnung gemacht. Daher wurde die Freiluftveranstaltung am Mittwochnachmittag nachgeholt.

Winterlingen-Harthausen - Warme Temperaturen und Sonnenschein brauchte es für den Bulldog-Treff. Schließlich wollten die Veranstalter mit einem sogenannten Selbstbinder aus dem Jahr 1957 zeigen, wie man damit zu Großvaters Zeiten ein Haferfeld aberntete.

Der Oldtimer-Konvoi startete in der Ortsmitte. Die Schlepper mit den angehängten Arbeitsmaschinen, begleitet von zwei betagten Mähdreschern, bretterten lautstark und mit Hupkonzert durch den Ort über den Kapellenweg hinaus in die Feldflur bis zu einem erntereifen Haferfeld vor dem Lieshof.

Der Garbenbinder ist 65 Jahre alt

Die herausgeputzten alten Traktoren der Bulldog Kameraden wurden unter Regie von Pascal Braun und Armin Gauggel auf einer benachbarten Wiese abgestellt. Zu ihnen gesellten sich historische Schätze aus Winterlingen, Benzingen, Straßberg und Veringenstadt.

Der Blick der Traktorfahrer und der Besucher richtete sich dann auf die benachbarte Wiese, wo der 65 Jahre alten Garbenbinder der Marke Fahr, Modell: B 8, das Getreidefeld bearbeitete. Das historische Gerät hat Andreas Bulach den Harthauser Bulldog-Kameraden zur Vorführung überlassen. Die Erntefahrt war wie eine Zeitreise in die Nachkriegszeit: Der Garbenbinder mähte die Getreideähren ab und drehte es mit der Haspel nach hinten ehe es in handlichen Büscheln gebunden seitlich abgelegt wurde. Die Besucher staunten, dass dieses alte Gerät immer noch einwandfrei funktioniert – schließlich haben es die Schrauber der Bulldog-Kameraden kurz vor Erntebeginn auf Vordermann gebracht.

Der jüngere Mähdrescher macht den Rest

Auch das Interesse der vielen Kinder war groß, die mit ihren Eltern oder den Großeltern dem Konvoi der Oldtimer aufs Feld gefolgt waren und die Getreideernte eigentlich nur mit modernen Mähdreschern kennen.

Ingo Weiß, dem das Haferfeld gehört, zeigte nach der Garbenbinder-Vorführung mit seinem wieder hergerichteten Mähdrescher Claas Matador aus dem Jahr 1967, wie heutzutage das Getreide gedroschen wird – auch wenn sein Fahrzeug auch schon 55 Jahre auf dem Buckel hat. Der Mähdrescher hatte bei der Ernte des Restfeldes allerdings immer wieder kleinere technische Probleme, die aber vor Ort schnell behoben werden konnten.

Presse formt Strohballen

Abschließend musste aus den aufgestellten Garben noch das Getreide gedroschen werden. Mit Flegeln ist das doch etwas zu beschwerlich, weswegen sie die Garben in den Mähdrescher geschoben haben. Eine alte Ballenpresse formte das ausgeworfene Stroh zu kleinen Strohballen.

Den geernteten Hafer wird Ingo Weiß seinem Vater Josef bringen, der ganzjährig in einem Wildgehege bei Harthausen eine Hirschzucht betreibt. Nach der anstrengenden und schweißtreibenden Arbeit waren Wurst und Wecken sowie die kühlen Getränke der Bulldog-Kameraden sehr gefragt, und die meisten Gäste blieben bis zum Beginn der Dämmerung in gemütlicher Runde beisammen auf dem Feld.