„Grüne Büros“ sind bald im Weiler Kesselhaus bezugsfertig. Der Schein trügt nicht: Es handelt sich um für Bürozwecke umgebaute Saunahütten.
Beim Weiler Wirtschaftstreffen hat Peter Krause, Wirtschaftsförderer der Weiler WWT, die neuen, hölzernen Bürowürfel, die gerade auf 350 Quadratmetern in einer der Shedhallen der ehemaligen Textilfabrik eingerichtet werden, erstmals vorgestellt.
Torben Götz, Geschäftsführer des „bizzcenter“ Weil am Rhein, mit dem er bereits seit einigen Jahren Lösungen für Büros im Kesselhaus anbietet, brachte die Idee mit den umgebauten Schwitzhütten ins Spiel, Schreinermeister Andreas Müller, mit seinem Unternehmen „raum_m“, ebenfalls im Kesselhaus ansässig, setzte sie um.
„Kleine Büroflächen werden stark nachgefragt“
Ziel der Aktion sei gewesen, erklärt Peter Krause auf Nachfrage, ein neues Konzept für Büronutzungen im Kesselhaus zu entwickeln. Damit sollen nach der Verkleinerung der Firma Art d’eco, welche diese Räume vorher nutzte, Einnahmen erwirtschaftet und die steigende Nachfrage nach kleinen Büroflächen befriedigt werden.
Für etwa 400 Euro im Monat, Strom und Heizung inklusive, könne man sich einen solchen Bürowürfel mieten. Während der Anlaufphase arbeite die WWT dafür eng mit dem „bizzcenter“ zusammen.
Doch wie muss man sich das Arbeiten in einem dieser Bürowürfel im „Green Office“ vorstellen? Ein Besuch vor Ort im Kesselhaus bringt Klarheit: Getrennt durch einen Gang, sind zehn der neuartigen Büroboxen in der geräumigen Halle aufgestellt. Um sie zu perfektionieren, habe man Verschiedenes ausprobiert und sich beispielsweise schließlich gegen Schiebe- und für verschließbare Glastüren entschieden. Das Eindringen von Lärm könne so effektiver verhindert werden, denkt Krause an die zukünftigen Nutzer.
Licht fällt durch Glasfenster und Kunststoff-Platten
Durch die noch aus Fabrikzeiten stammenden Oberlichter fällt viel Licht herein. Die ursprünglich mit angelieferten Holzdecken der Boxen wurden durch lichtdurchlässige Doppelstegplatten aus Kunststoff ersetzt. Nach vorne zum Gang hin haben die Büroboxen Glasfenster.
Und warum Grün? Mit dem Begriff spielen die Erfinder auf die Herkunft des verbauten Holzes auf den Wald als Herkunftsort an, zugleich werden auch die energiesparenden Eigenschaften dieser neuartigen Büromodule betont. Da sie rundum geschlossen sind, entweiche beispielsweise kaum Heizenergie nach außen, erläutert Krause. Geheizt werden die Büroboxen übrigens mit elektrisch betriebenen Infrarot-Bildern an den Wänden.
Boxen werden mit Infrarot-Bildern geheizt
Diese werden erst beim Betreten des Büros eingeschaltet und sorgen in kürzester Zeit für behagliche Wärme, verspricht der Wirtschaftsförderer.
Betrieben werden sie perspektivisch mit selbst produziertem Strom aus der PV-Anlage auf dem Dach des Kesselhauses. Dafür werde man noch in einen Batteriespeicher investieren. Wieder aufbereitete Möbel guter Qualität in Besitz der WWT könnten ein weiteres Element des „grünen“ Büros sein, sinniert er.
Grünpflanzenspender werden gesucht
Grüner im wörtlichen Sinn soll der neue Co-Working-Space nach dem Wunsch des Weiler Wirtschaftsförderers auch noch werden: durch Zimmerpflanzen, welche die WWT gerne von Menschen entgegennimmt, die diese nicht mehr benötigen.
Beispielhaft haben die Inneneinrichter bereits hier und da eine Pflanze platziert, so dass man sich das zukünftige „Grüne Büro“ bereits lebhaft vorstellen kann.