Die vier Arbeitsgruppen stellten beim Workshop ihre Ergebnisse vor, die sie sich in einer rund 30-minütigen Besprechung erarbeitet hatten. Foto: Herzog

Beim Bürgerworkshop in der Mühlbachhalle stellten vier Arbeitsgruppen den Ist-Zustand der Gemeinde dar und wie sie sich attraktiver entwickeln kann.

Positiv bei der Siedlungsentwicklung wurden das Projekt Gas und Glas sowie günstige Bauplatzpreise und hohe Wohnqualität bewertet.

 

Dagegen gibt es eindeutig zu wenig Mietwohnungen. Auch leerstehende Wohnungen und Häuser wurden angeprangert. Abhilfe könnte durch Geschosswohnungsbau geschaffen werden, wozu Investoren gesucht werden sollen. Des Weiteren wurde schlechter Mobilfunk, fehlende Gastronomie und fehlende Gewerbeflächen in Mariazell beklagt. Der Rathausplatz könnte ansprechender und mit einem Brunnen gestaltet werden.

Beim Thema Verkehr und Klimaschutz stand die Verkehrsberuhigung in den Ortsmitten durch die Einrichtung von Tempo-30-Zonen auf der Prioritätsliste. Zu mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer könnten Querungshilfen beitragen.

Gewässer sollen renaturiert werden

Dringend verbessert werden sollte der Busverkehr in der Pfarrgasse, bei dem durch parkende Autos Gefahren für den Kindergarten bestehen. Gewünscht wird eine bessere Busverbindung nach Dunningen und Schramberg.

Zur Verbesserung des Klimaschutzes wird der Ausbau von PV-Anlagen auf privaten Gebäuden sowie das bestehende Wärmenetz mit Biogas empfohlen. Hinsichtlich Naturräume und Landwirtschaft werden mehr Spielmöglichkeiten, Sitz- und Ruhegelegenheiten für einen generationsübergreifenden Treffpunkt gefordert.

Die hohe Zahl von Schutzgebieten wie im Birkenmoos und Kohlholz wird nachteilig für die Landwirtschaft gesehen. Durch die Gemeinde fließende Gewässer sind wenig erlebbar und soll durch Renaturierung ermöglicht werden. Positiv hervorgehoben wird die Chance, dass Pferdehöfe mehr Touristen anlocken können.

Öffentliches WLAN in der Mühlbachhalle

Die Arbeitsgruppe Infrastruktur und Dienstleistungen will die Attraktivität für junge Familien mit Spielplätzen und Freizeitangeboten steigern. Auf deren Wunschliste standen ein Dorfgemeinschaftshaus für Bürger und Vereine in Verbindung mit einer Konzertmuschel (Bühne), Festplatz sowie öffentliche Sanitär-Anlagen, öffentliches WLAN in der Mühlbachhalle und mehr Parkmöglichkeiten bei Großveranstaltungen. In der Pfarrgasse wird die Möglichkeit der Einrichtung einer Altenpflege mit Tagespflege und Begegnungscafé vorgeschlagen.

Wie Bürgermeister Franz Moser nach der Vorstellung der Ergebnisse resümierte, deckten sich die strategischen Ziele der Gemeinde teilweise mit dem Workshop und würden bei der angestrebten Entwicklungsstrategie berücksichtigt.

Kompromisse gefragt

Bürgermeister-Stellvertreter und Gemeinderat Rainer Scheck sprach von einem spannenden Prozess. „Wir müssen uns der Zukunft stellen, Pro und Contra mit den betroffenen Bürgern besprechen und dann zu einem guten Kompromiss kommen. Etwas mehr Resonanz an dieser Veranstaltung und eine bessere Mischung der Altersgruppen wäre gut gewesen“, stellte Scheck fest.