Zur ersten Bürgerwerkstatt kamen mehr als 100 Bürger aller Generationen und brachten ihre Wünsche und Ideen für die Neugestaltung des Trossinger Rudolf-Maschke-Platzes ein.
„Nicht alle Bedürfnisse können gleichermaßen befriedigt werden, im Verfahren hat im Zweifel der Gemeinderat das Wort, denn es handelt sich um öffentlichen Raum und ist ein Platz für Kompromisse“, sagte Bürgermeisterin Susanne Irion zu Beginn der gut zweistündigen Bürgerwerkstatt zum Thema „Neugestaltung Rudolf-Maschke-Platz“.
Stadtsprecherin Sabine Felker-Henn blickte mit Bildern zurück auf den Rudolf-Maschke-Platz, der bis zu seiner Neugestaltung 1986 ein reiner Parkplatz war. Ideen zur Umgestaltung mit mehr Grün und überdachter Bushaltestelle aus dem Jahr 2006 kamen nie zum Tragen, lediglich ein paar mobile Pflanztröge wurden vor wenigen Jahren aufgestellt.
Der Platz hat mit seiner Scharnierfunktion und seiner zentralen Lage eine Menge an Vorteilen, aber auch große Herausforderungen, vor allem im Sommer bei Hitze.
Große Resonanz auf den Maschke-Platz-Check
Große Resonanz habe es 2024 auf den angebotenen Maschke-Platz-Check gegeben, so dass im Jahr 2026 eine Belebung durch Aktionen für Kinder und Konzerte, aber auch mit dem Aufstellen eines Trinkwasserbrunnens (wurde bei der Siegerehrung des Stadtradelns angekündigt) erfolgen könne, so Sabine Felker-Henn. Jetzt gelte es, Fördergelder zu generieren, später einen Planwettbewerb auszuloben, um dann 2027 die große Umgestaltung anzugehen.
Für die erste Bürgerwerkstatt zuständig waren Maximilian Stamm, Hanna Kasper und Nathalie Popovic von Translake in Konstanz, einem Büro für Bürgerbeteiligung. „Der Tenor war vor allem von den Schaustellern, der Pfingstmarkt muss bleiben“, so Maximilian Stamm. Auf seine Frage, wer sich auf dem Maschke-Platz gerne aufhalte, ging nicht eine Hand der gut 100 Teilnehmer im Kesselhaus nach oben. Zehn Bürger waren der Meinung „ich fühle mich dort nicht richtig wohl“. Somit mehr als Grund genug auf eine Neugestaltung.
Gruppe der Teilnehmer bunt gemischt
Die Gruppe der Teilnehmer war übrigens bunt gemischt mit Gewerbetreibenden, Anwohnern, Vertretern des Seniorenrats, aber auch von Schulen und mehr als ein Dutzend Jugendlichen des Stadtjugendreferats, Gemeinderäten und der Stadtverwaltung.
Die größte Gruppe waren die „interessierten Bürger“, die sich dann auch der rege und in lebendigen Austausch an der Ermittlung der „Bedürfnisse“ beteiligten. So konnten die Teilnehmer an jeweils vier Stellwänden im und vor dem Kesselhaus mit den Hauptthemen „Märkte und Veranstaltungen“, „Konsumfreier Aufenthalt und Freizeit“, „Einkaufen, Dienstleistungen und Ärzte“ sowie „Erleben, Verweilen und Gastronomie“ ihre Wünsche und Ideen anbringen.
Mittels Steckbrief unterschiedlicher Personen galt es, sich anschließend als Gruppe in einem Perspektivwechsel in die Beispiele von „Junge Familie“, über „Anwohnerin“, „Gastronom“, „Tourist“ bis hin zur „Mittagspausenbummlerin“ hinein zu versetzen.
Teils konträre Ergebnisse vorgestellt
Am Ende wurden die teils auch konträren Ergebnisse auf der Bühne des Kesselhauses von Sprechern der jeweiligen Gruppe vorgestellt. Ideen zum Thema „Veranstaltungen und Märkte“ waren, den Rummel verschieben auf einen Parkplatz und die Hauptstraße, den Rummel ganz abschaffen, Open-Air-Sommerkino, Public-Viewing und Konzerte, Veranstaltungen wie Sommerfeste von Vereinen und für den Winter eine Schlittschuhbahn.
Für das Thema „Einkaufen, Dienstleistungen und Ärzte“ wurden kreative Shops, eine Strand- und Cocktailbar, eine Reinigung, ein Spielwarengeschäft, ein Sanitätshaus, Popup-Stores, aber auch Barrierefreiheit gewünscht.
Spielplatz und Wasserspiele
Für den „Konsumfreien Aufenthalt und die Freizeit“ gab es Vorschläge für eine Kartbahn, eine Hängebrücke, Spielplatz und Wasserspiele für Kinder sowie eine Soundinstallation – aber auch mehr Mülleimer, eine Beschattung mit Sitzplätzen.
Verkehrsbeschränkungen rund um den Platz und in der Hauptstraße Schrittgeschwindigkeit für die Sicherheit zählten zu den Vorschlägen des Themas „Erleben, Verweilen und Gastronomie“. Aber auch eine Eisdiele, eine Bar oder ein Biergarten wurden notiert.
Spektrum der Ideen für die Umgestaltung riesig
Das Spektrum der Ideen für die Umgestaltung des bisher sehr tristen Rudolf-Maschke-Platzes war bei dieser ersten Bürgerwerkstatt riesig. „Doch nicht alle Wünsche können erfüllt werden“, betonte Maximilian Stamm. Alle Wünsche dieses Abends werden nun digitalisiert und als Dokument an die Teilnehmer verschickt.
Alles wird nun aufbereitet und im September im Gemeinderat beraten. Am 13. Oktober findet dann im Konzerthaus die zweite Bürgerwerkstatt statt mit einem Zielkatalog für die Planung.